Wolfsburg siegt 2:0 : Dzeko und Grafite schlagen Nürnberg

Dank seiner Torjäger Edin Dzeko und Grafite hat Noch-Meister VfL Wolfsburg seinem Europapokal-Frust getrotzt und die Chance auf ein erneutes internationales Fußball-Abenteuer gewahrt. Wolfsburg siegte 2:0 in Nürnberg.

Drei Tage nach dem Viertelfinal-Aus in der Europa League gewannen die „Wölfe“ am Sonntag ihr Bundesliga-Spiel beim 1. FC Nürnberg glücklich mit 2:0 (0:0) und hielten Anschluss an die zur Europacup-Teilnahme berechtigenden Plätze. Vor 40.593 Zuschauern waren einmal mehr Dzeko (66. Minute) mit seinem 19. Saisontreffer und der zum zehnten Mal erfolgreiche Grafite (78.) die Matchwinner des VfL, der aus seinen wenigen Chancen eiskalt Kapital schlug. Dagegen verpassten die lange Zeit überlegenen Nürnberger ihren 300. Bundesliga-Sieg und müssen weiter um den Klassenverbleib bangen.

„Nürnberg war die bessere Mannschaft, aber wir haben die drei Punkte. Nur das zählt“, frohlockte Sieg-Garant Dzeko. Manager Dieter Hoeneß war froh, „die Tuchfühlung zu den Europacup-Rängen gehalten zu haben“, während Coach Lorenz-Günter Köstner befand: „Ich wusste, dass wir eine geile Mannschaft haben.“ Lob für die Cleverness der Gäste hatte selbst „Club“-Coach Dieter Hecking parat: „Wolfsburg hat uns gezeigt, wie man spielen muss. Eine Chance, die sie sofort eiskalt genutzt haben. Das war aber auch die Klasse von Dzeko.“ Das Manko bei seinem FCN fasste er so zusammen: „Wir hatten viele Möglichkeiten, nur wir haben sie nicht so clever genutzt wie die Wolfsburger.“

Beide Mannschaften lieferten sich bei unangenehmer Kälte lange ein müdes Spiel. Außer einem Kopfball von Grafite (13.) hatten die Gäste zunächst nicht viel zu bieten. Doch auch der FCN, bei dem Hecking dieselbe Elf aufbot, die in der Vorwoche Mainz 05 mit 2:0 geschlagen nach Hause geschickt hatte, tat sich schwer. So dauerte es bis zur 28. Minute, ehe Javier Pinola einen allerdings gewaltigen Linksschuss abgab, mit dem er Diego Benaglio im VfL-Tor prüfte. Auch in Minute 41 deutete der Argentinier mit einem Schuss Torgefahr an.

Im Mittelpunkt stand in der ersten Halbzeit Schiedsrichter Guido Winkmann, der sich mit sehr fragwürdigen Entscheidungen den Unmut der Akteure zuzog. Als Wolfsburgs Makoto Hasebe der Ball im Strafraum an die Hand sprang, blieb der mögliche Elfmeterpfiff ebenso aus wie nach einem Foul von Peter Pekarik an FCN-Stürmer Albert Bunjaku. Doch auch der VfL fühlte sich benachteiligt, als Dzeko von Pinola attackiert wurde und ebenfalls vergeblich einen Strafstoß forderte. „Die Aktion gegen Bunjaku war ein klarer Elfmeter. Mir ist schleierhaft, wie man da nicht pfeifen kann“, monierte Sportdirektor Martin Bader bei Sky.

Nach dem Wiederanpfiff hätte Bunjaku zum Mann des Tages avancieren können, doch der Schweizer konnte zwei gute Einschussmöglichkeiten nicht in Tore ummünzen (47./50.). Die Top-Chance für die Hausherren ließ dann nach einer Stunde aber Ilkay Gündogan aus, als er das Leder unbedrängt aus zehn Metern haarscharf über das Gehäuse jagte. Dies alles rächte sich: Einen der wenigen Konter schloss sechs Minuten später nach Zvjezdan Misimovic' Traumpass Dzeko gekonnt ab und schoss sich mit seinem 19. Saison-Einschuss an die Spitze der Torjägerliste. Grafite erledigte zwölf Minuten später per Abstauber den Rest. (dpa)

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