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Wolfsburg - Stuttgart 2:0 : Zum Sieg geredet

Der VfL Wolfsburg siegt verdient, aber schmucklos gegen harmlose Stuttgarter mit 2:0, weil das Pressing, das McClaren immer wieder wortreich einfordert, bestens klappt.

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Er hatte schon vor dem Spiel einigen Redebedarf: Wolfsburgs Trainer McClaren hatte in einer mehr als zwei Stunden dauernden Kabinenansprache seine Spieler eingestimmt. Sein Gegenüber Keller macht nicht den gesprächigsten Eindruck.
Er hatte schon vor dem Spiel einigen Redebedarf: Wolfsburgs Trainer McClaren hatte in einer mehr als zwei Stunden dauernden...Foto: dpa

Das Transparent mit der fordernden Botschaft „Gas geben und kämpfen für unseren Verein“ konnte schnell wieder eingerollt werden. Ein frühes Tor von Simon Kjaer stimmte die Fans des VfL Wolfsburg, die in dieser Saison erst wenig Erbauliches bejubeln durften, wieder hoffnungsfroh. Mit einem Kopfball brachte der Däne die Niedersachsen, Edin Dzeko steuerte eine Viertelstunde vor Schluss den zweiten Treffer zu einem verdienten, aber schmucklosen 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart bei.

Der Erfolg gegen die harmlosen Schwaben hätte deutlich höher ausfallen können. Aber der ausgelassene Jubel nach dem Führungstreffer, zu dem Grafite seine Kollegen herbeigewinkt hatte, ließ erahnen: Den Wolfsburgern sind Punkte für die Tabelle derzeit deutlich wichtiger als Schönheitspreise. Damit konnten sich offenbar auch jene Fans anfreunden, die ihren Lieblingen mit Hilfe eines Transparentes Beine machen wollten. Die Wolfsburger Profis hatten sich auf ihr Heimspiel vor 29 043 Zuschauern mehr mit Worten als mit Torschüssen vorbereiten lassen. Mehr als zwei Stunden dauerte zwei Tage vor dem Duell mit den Stuttgartern eine kabineninterne Sitzung, in der Trainer Steve McClaren mit Hilfe von Videoeinspielungen und eindringlichen Appellen einen Weg zur Besserung vorschlagen wollte.

Und seinen Assistenten Achim Sarstedt hatte der Brite gestern ganz nach oben auf die Tribüne beordert, um auf diese Weise mal wieder einen ungeschminkten Überblick zu erhalten. Was sein Zuarbeiter weit ab von der Trainerbank zu sehen bekam, war eine einsatzfreudige VfL-Mannschaft, die so manche Schwäche im Spielaufbau durch beherztes Stören des Gegners auszugleichen wusste. Wann auch immer ein Stuttgarter versuchte, sich mit dem Ball in Szene zu setzen, sah er sich sofort mindestens drei Spielern in Weiß und Grün gegenüber. Das Pressing, das McClaren immer wieder wortreich einforderte, klappte auf Wolfsburger Seite bestens.

Was der Begegnung fehlte, war eine Prise Spielwitz oder Genialität. Die ersatzgeschwächten Stuttgarter konnten damit nicht dienen. Cacau als einziger Stürmer musste sich auf Grund eines Mangels an guter Zuarbeit meist Fehl am Platz gefühlt haben. Auf der Gegenseite war wie so häufig Diego für die pfiffigen Momente im Spiel des VfL Wolfsburg zuständig. Aber der Brasilianer hatte nicht seinen allerbesten Tag erwischt. Was in seinem Fall aber immer noch bedeutet: Als Meister des ruhenden Balles leitete er bei Standardsituationen mit viel Gefühl große Torgefahr ein. So war es auch beim vorentscheidenden Treffer der Wolfsburger schon nach fünf Minuten, der zunächst irrtümlich Dzeko zugeschrieben wurde. Was die Fernsehbilder später zeigten, war eine andere Wahrheit. Nach dem Eckball von Diego hatte nämlich der Däne Kjaer den an die Unterkante der Latte befördert, von wo er schon über die Torlinie gesprungen war. Dzeko erledigte den Rest zur Sicherheit trotzdem. Und mit seinem Treffer zum 2:0 belegte er später, dass der Bosnier im Dreieck mit Diego und dessen Landsmann Grafite im Sturm wie eine Garantie auf Tore daherkommt.

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