Wolfsburg - Villarreal 4:1 : Trostpflaster für den Meister

Der VfL Wolfsburg zeigt im Rückspiel gegen Villarreal eine überzeugende Leistung und hofft nun, die verkorkste Saison mit Erfolgen in der Europa League doch noch einigermaßen positiv zu gestalten.

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Wolfsburg
Edin Dzeko traf zum 1:0 für Wolfsburg. -Foto: dpa

Das Grinsen in seinem Gesicht sagte alles. Schon in der Halbzeitpause, als sich der VfL Wolfsburg wie der sichere Sieger fühlen durfte, freute sich Edin Dzeko wie ein kleiner Junge. Der Bosnier im Trikot des deutschen Meisters war beim 4:1 (3:1)-Heimsieg gegen den FC Villarreal der überragende Mann auf dem Platz. „Wenn man Tore schießt, ist man locker“, sagt Dzeko über sich und seinen Sturmpartner Grafite. Das in der Vorsaison so treffsichere Duo kehrt allmählich zu einer Form zurück, die in der Europa League noch große Taten erwarten lässt. Im Achtelfinale treffen die Wolfsburger in zwei Wochen auf das russische Team von Rubin Kasan.

Wenn die Profis des VfL Wolfsburg erklären sollen, warum sie seit kurzem wie runderneuert auftreten, zucken die meisten von ihnen nur mit den Schultern. „Wir haben ein bisschen mehr trainiert als vorher. Mehr laufen, mehr Zweikämpfe“, sagt Dzeko über die Arbeit von Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner, der den erfolglosen Armin Veh vor vier Wochen abgelöst hat. Seitdem tragen die Spieler den Kopf wieder ein wenig höher. Grafite zum Beispiel strotzte nach seinen beiden Toren im Hinspiel (2:2) auch in der zweiten Partie gegen Villarreal nur so vor Selbstvertrauen und hatte zunächst ein Eigentor der Spanier von Angel Lopez vorbereitet. Dzeko steuerte das frühe 1:0 selbst bei und hatte Christian Gentner den Ball zum vorentscheidenden 3:1 aufgelegt.

Die kleine Champions League, so nennt der neue VfL-Manager Dieter Hoeneß gerne die Europa League, dient den Niedersachsen als Trostpflaster. An neue Wunder in der Bundesliga glaubt kaum noch jemand beim VfL. Aber die Wolfsburger möchten ihre verkorkste Saison, in der sie das Weiterkommen in der Champions League leichtfertig im Herbst verspielt hatten, in der europäischen Provinz vergessen machen. Der Ehrentreffer zum 3:1 für Villarreal durch Joan Capdevila war schmeichelhaft. Denn die Wolfsburger kamen vor der mageren Kulisse von nur 16.613 Zuschauern zu Chancen am Fließband. Dass Grafite bei seinem 4:1 im Abstand gestanden hatte, interessierte vor lauter Freude über die neuen Glanztaten des Torjägers niemanden mehr.

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