World Games : Sauberer Sport in der Drogenstadt

Bis zum Sonntag finden die World Games noch in Kaohsiung statt, der zweitgrößten Stadt Taiwans. Für die nächsten Spiele 2013 hat die Vereinigung der World Games einen mindestens ebenso exklusiven Ort ausgesucht: Cali in Kolumbien. Warum die Spiele dort stattfinden sollen.

Friedhard Teuffel[Kaohsiung]

KaohsiungSo sehr die World Games auch ihrer großen Schwester, den Olympischen Spielen, nacheifern – sie bleiben exotisch. Das liegt schon an der Wahl ihrer Austragungsorte. Bis zum Sonntag finden sie noch in Kaohsiung statt, der zweitgrößten Stadt Taiwans. Es ist das erste internationale Multi-Sportereignis im Inselstaat. Für die nächsten Spiele 2013 hat die Vereinigung der World Games einen mindestens ebenso exklusiven Ort ausgesucht: Cali in Kolumbien. Es ist das erste Mal, dass die Spiele in Südamerika stattfinden.

Bei den World Games treffen sich die Sportarten, die nicht zum olympischen Programm gehören, etwa Faustball, Frisbee, Karate, Flossenschwimmen oder Softball. 4000 Athleten nehmen gerade in Taiwan teil. Zum Zuge kommen gerade auch Sportarten mit besonders großem kulturellen Hintergrund wie Sumo oder Drachenbootrennen. Während Kaohsiung mit den World Games das Anliegen verfolgt, sich überhaupt erst ein internationales Image zuzulegen, will Cali damit seines verbessern. Denn Cali wird immer noch mit einem der größten Drogenkartelle der Welt in Verbindung gebracht.

Cali hat sich schon ein Motto ausgesucht: „The World Games for a clean planet“. So hat es der Präsident des Exekutivkomitees von Cali bekannt gegeben. Sie wollten Maßstäbe setzen für Umweltfreundlichkeit. Die Region Cali hat drei Millionen Einwohner, die Stadt Santiago de Cali 2,4 Millionen. Ron Froehlich, der Präsident der World Games, hat die Entscheidung für Cali damit begründet, dass die Kolumbianer enorme Erfahrungen beim Ausrichten von Sportereignissen hätten. So fand die Finalrunde der Basketball-WM 1982 dort statt. Kürzlich habe Cali, so die Begründung, auch nationale Sportspiele ausgetragen – und schon mal die Panamerikanischen Spiele. Das war allerdings 1971.

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