WORLD GAMES UND POLITIK : Nach dem Boykott: China startet

Die Chinesen sind da, das ist eine beruhigende Nachricht für den Verlauf der World Games in Kaohsiung, Taiwan. Im Klettern haben sie auch gleich zweimal Gold gewonnen. Aber an der Eröffnungsfeier teilnehmen durften sie nicht. Die Chinesen boykottierten die Veranstaltung. Sie fürchteten offenbar, die Teilnahme daran würde als Anerkennung der Souveränität Taiwans ausgelegt. Die Volksrepublik China hält Taiwan für eine abtrünnige Provinz. Abgehalten hatte die Chinesen wohl vor allem der Auftritt des taiwanesischen Präsidenten Ma Ying-jeou. Der Präsident der World Games Ron Froehlich stellte ihn auch noch als „Präsident der Republik China“ vor, diese Republik hält Festlandchina seit Maos Siegeszug jedoch für beendet. „Wir respektieren jedes Land, in dem wir zu Gast sind und wir respektieren dessen Staatsoberhaupt“ sagte Froehlich. Auf die Frage, ob es eine gute Idee war, zum ersten Mal ein Staatsoberhaupt die Spiele eröffnen zu lassen, sagte Froehlich: „Wir haben diese Option.“Die Beziehungen zwischen China und Taiwan hatten sich zuletzt eigentlich ein wenig entspannt. Im September gibt es eine neue Chance, das auch bei einer Eröffnungsfeier zu zeigen. Dann finden in Taipeh die Deaflympics statt, die Spiele der Hörgeschädigten. teu

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