Sport : Wowereit sorgt sich ums Diskuswerfen

Friedhard Teuffel

Berlin - Es hätte eine kleine Versöhnung werden können, als Gerhard Janetzky Julia Fischer im Roten Rathaus traf. Janetzky, Geschäftsführer des Leichtathletikmeetings Istaf, hatte dieser Zeitung gesagt, Fischers Sportart Diskuswerfen sei von gestern. Dabei ist die Berlinerin Fischer eine deutsche Medaillenhoffnung von morgen als Europameisterin der unter 18-Jährigen. Sie nahm im Amtszimmer des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit symbolisch einen Staffelstab von Willi Wülbeck entgegen, dem früheren Weltmeister über 800 Meter. Der Stab soll die Generationen verbinden vor dem 70. Jubiläum des Istaf am Sonntag im Olympiastadion. Der Streit ums Diskuswerfen konnte jedoch nicht überbrückt werden. Selbst Wowereit, Präsident des Organisationskomitees der WM 2009 in Berlin, sagte besorgt über Janetzkys Einschätzung: „Das war hoffentlich nur ein Missverständnis, wir haben doch so viele gute Athleten in Deutschland.“

War es aber nicht, stellte Janetzky klar. „Wir haben in der Leichtathletik zu viele Disziplinen, einige sind besonders gefährdet.“ Das seien die mit den wenigsten Teilnehmerländern wie Diskus- und Hammerwerfen. Die hätten zwei Möglichkeiten: Entweder sie finden in mehr Ländern Verbreitung oder sie verschwinden. Beim Istaf gibt es sie diesmal ohnehin nicht. Dass Franka Dietzsch und Robert Harting, die bei der WM Gold und Silber im Diskus gewonnen hatten, sich am Sonntag nicht im Cabriolet durchs Stadion kutschieren lassen wollen und jetzt verärgert über das Istaf sind, findet Janetzky „menschlich verständlich“. Friedhard Teuffel

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