Sport : Wünsche im Sand

Kampf um die Weltspitze bei Berlins Tennisturnier

Benedikt Voigt

Berlin – Als eine der ersten Spielerinnen des Hauptfeldes erschien Maria Scharapowa um kurz nach zehn Uhr am Samstag auf dem Tennisgelände an der Hundekehle. Kurz wunderte sich die 18-Jährige über das orientalische Schloss aus Holz, das die katarischen Organisatoren auf den Nebenplätzen aufgebaut haben, dann schritt sie auf dem Centre Court zum Training. Die an Nummer eins gesetzte Russin hat bei den Katar German Open, die am Montag (11 Uhr) beginnen, ein ehrgeiziges Ziel: Sie kann erstmals in ihrer Karriere die Nummer eins der Weltrangliste werden.

Um Lindsey Davenport, die in Berlin nicht am Start ist, in der Weltrangliste zu überholen, muss Maria Scharapowa allerdings das Turnier gewinnen. Zwar siegte sie in der vergangenen Saison bereits unter anderem in Wimbledon und bei der Einzel-WM, doch auf Sand ist ihr noch kein Turniererfolg gelungen. Damit sich das ändert, bereitete sich die gegenwärtig prominenteste Spielerin der Tennisszene zwei Wochen lang in Spanien auf diesen Untergrund vor. Dennoch dürfte ihr ein Titelgewinn in Berlin nicht gerade leicht fallen. Bereits im Viertelfinale könnte sie auf die zuletzt lange verletzte Belgierin Justine Henin-Hardenne treffen, die vor drei Jahren in Berlin gewonnen hat. Neben der an Nummer zwei gesetzten Amelie Mauresmo zählt auch die Belgierin Kim Clijsters zu den Favoritinnen. Serena Williams hat im letzten Moment ihre Teilnahme abgesagt.

Die beste deutsche Spielerin, Anna–Lena Grönefeld, durfte am Samstagmittag die Paarungen des Hauptfeldes auslosen. Und bescherte sich prompt selber eine schwere Aufgabe. Gewinnt sie in der ersten Runde gegen die 18-jährige Russin Ewgenia Linetskaja, trifft sie bereits in der zweiten Runda auf Scharapowa. Grönefeld hatte sich als einzige deutsche Spielerin über ihren Weltranglistenplatz 45 für die Hauptrunde qualifiziert, Julia Schruff, Anca Barna und Sandra Klösel erhielten eine Wild Card. Mindestens eine deutsche Spielerin wird sich heute noch qualifizieren, da in der Qualifikation Angelique Kerber und Stephanie Gehrlein aufeinander treffen. Auch Jana Kandarr, Sabine Klaschka, Sabine Lisicki, Martina Müller und Vanessa Henke können noch die Hauptrunde erreichen.

Für Tennisfans könnte es eine der letzten Gelegenheiten sein, die German Open in Berlin zu erleben. Der ehemalige Turnierdirektor Eberhard Wensky sagt: „2007 werden die Katarer das Turnier rüberholen.“ Die neuen katarischen Verantwortlichen des Turniers, die das Turnier im vergangenen Jahr für 6,7 Millionen Euro gekauft haben, dementieren dies. Auch Guilia Orlandi von der WTA sagt: „Niemand will die German Open in Berlin verlieren.“

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