Sport : Wütende Wolf sprintet zum Sieg

Eisschnellläuferin glänzt nach ihrer Niederlage

Salt Lake City/Berlin - Mit Wut im Bauch hat sich die Eisschnellläuferin Jenny Wolf aus Berlin wieder die Spitze im Sprint zurückerobert. Beim Weltcup in Salt Lake City revanchierte sich die schnellste Sprinterin der Welt mit der Glanzzeit von 37,22 Sekunden für die einen Tag zuvor gegen die Chinesin Beixing Wang erlittene Niederlage und landete ihren zwölften Sieg im Weltcup. Anni Friesinger ließ nach dem zweiten Platz über 1000 Meter das Rennen über 1500 Meter aus, während Claudia Pechstein über ihren unglücklichen Einstand schimpfte: Sie wurde beim Wechsel von der Kanadierin Cindy Klassen behindert, verlor viel Zeit und verpasste eine bessere Platzierung als Rang 14.

„Natürlich habe ich mich über meinen Fehler geärgert“, sagte Jenny Wolf nach dem ersten 500-m-Rennen, in dem sie mit einem traumhaften 100-m-Angang von 10,18 Sekunden auf Weltrekord-Kurs gelegen war, dann aber in der zweiten Innenkurve stolperte und in 37,47 der Chinesin (37,32) den Auftakterfolg überlassen musste. „Aber dafür habe ich mich ja schön revanchiert. Es ist ein beruhigendes Gefühl, wenn man die guten Testergebnisse auch gegen die Weltelite bestätigen kann“, sagte die Literaturstudentin, die nur bei ihrem Weltrekord im März mit 37,04 noch schneller war.

Bitter enttäuscht war Claudia Pechstein. „Das ist super-ärgerlich: Da ist man so schnell, und dann passiert so ein Mist“, sagte sie nach ihrem Duell gegen Klassen, die sich für das Missgeschick an der Wechselmarke bei 700 Meter bei der Rivalin entschuldigte. Kurioserweise war zunächst Pechstein disqualifiziert worden, doch wurde dies vom Kampfrichter später zurückgenommen. Die fünfmalige Olympiasiegerin war auf dem Weg zu einer persönlichen Bestzeit und der ersten Top-3-Platzierung auf dieser Strecke seit zwei Jahren gewesen. Der Sieg ging an die Kanadierin Christine Nesbitt in 1:52,75 Minuten.

Anni Friesinger, die ohne einen vorherigen Test über 1000 m die drittbeste Zeit ihrer Karriere lief und nur um ein Zehntel von Wang (1:14,19) geschlagen worden war, verzichtete angesichts der gerade überstandenen Erkältung auf die 1500 Meter. Einen guten Eindruck hinterließ Heike Hartmann. Die Inzellerin lief in 38,04 Sekunden beziehungsweise 1:15,13 Minuten neue Bestzeiten und vollzog mit den Rängen fünf und acht (jeweils 500 m) sowie acht (1000 m) den Vorstoß in die Weltelite.

Für eine Riesen-Überraschung sorgte über 5000 Meter Enrico Fabris, der nicht nur die über ein Jahr anhaltende Siegesserie von Weltmeister Sven Kramer beendete, sondern dem Niederländer in 6:07,40 auch dessen Weltrekord entriss. „Dieser Weltrekord ist gut für den Sport. Alle wissen jetzt, dass Kramer nicht unschlagbar ist“, sagte der 1500-m-Olympiasieger aus Italien. Das beste Resultat der deutschen Heren ging auf das Konto des Berliners Tobias Schneider. Als Achter des 5000-m-Rennens verbesserte er in 6:21,55 Minuten seine persönliche Bestzeit gleich um 3,54 Sekunden und verpasste den deutschen Rekord nur knapp. dpa

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