Sport : Wurden auf der Mitgliederversammlung Provokateure eingeschleust?

Die Ufa Sports rückt ins Zwielicht: Bernd Hoffmann, der Geschäftsführer des Sportrechte-Vermarkters, hat eingeräumt, dass das Verhältnis zwischen dem Fußball-Bundesligisten Hamburger SV und der Ufa derzeit getrübt ist. Auf der Mitgliederversammlung des HSV am 22. November sollen von der Ufa angeblich Provokateure eingeschleust worden sein, die mit ihren Redebeiträgen verhindern sollten, dass Werner Hackmann zum ersten hauptberuflich tätigen Vorstandsvorsitzenden im deutschen Profifußball berufen wird. Hoffmann erklärte: "Selbstverständlich belastet der Vorfall das Verhältnis zwischen Ufa und HSV vorrübergehend. Allerdings werden wir schon in Kürze zur Diskussion von Sachfragen zurückkehren."

Nach Aussage von Hoffmann wurden die Aktivitäten auf der Mitgliederversammlung ohne Wissen der Geschäftsführung durchgeführt. Inzwischen erfolgte eine "einvernehmliche Trennung" der Ufa von Pressesprecher Rainer Thumann. Die Ufa hat sich zudem offiziell beim HSV entschuldigt.

Für Ufa Sports wäre es ein herber Schlag, würde in der Branche der Eindruck entstehen, der Vermarkter würde in die Klubs hinein regieren. Immerhin besitzt die Ufa mit Borussia Dortmund, Hertha BSC und dem 1. FC Nürnberg ähnliche Verträge wie mit dem HSV, und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat auf seinem jüngsten Bundestag im Oktober 1998 beschlossen, dass kein Sponsor in Vereinsgremien vertreten sein darf, wenn er mehr als einen Verein unterstützt. Bernd Hoffmann betont: "Wir haben uns bisher nie in vereinsinterne Dinge unserer Vertragspartner eingemischt." Kritiker verweisen jedoch darauf, dass bei der Sanierung von Hertha BSC die Ufa weitgehend die Besetzung des Aufsichtsrates mitbestimmt hat. Hoffmann bestreitet nicht, dass es mit HSV-Präsident Werner Hackmann schon mal Meinungsverschiedenheiten gibt: "Er ist ein ausgezeichneter Gesprächspartner, der hart und kompetent streitet. Dass dies für den Vertragspartner ab und an unbequem ist, ist verständlich." Hackmann erklärte in der Bild-Zeitung: "Ich hatte den Eindruck, die wollten mich weg haben. Das hat aus meiner Sicht nichts mit dem HSV zu tun, sondern mit meiner Funktion im Ligaausschuss. Dort habe ich nichts gegen die Ufa, aber auch nichts für sie getan." Hoffmann dazu: "Diese Vermutung entbehrt jeglicher Grundlage." Der Vertrag zwischen dem HSV und der Ufa, die beim Neubau des Volksparkstadions weitgehende Bürgschaften übernommen hat, läuft noch 15 Jahre.

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