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X-Games in München : Denny Pham und die Freiheit auf vier Rollen

27.06.2013 17:03 UhrVon Joachim Beckert
Hoch hinaus. Die X-Games sind für Pham auch eine Werbeplattform.Bild vergrößern
Hoch hinaus. Die X-Games sind für Pham auch eine Werbeplattform. - Foto: J. Beckert

Der Berliner Skateboarder Denny Pham tritt am Wochenende in München bei den X-Games an, den Olympischen Spielen der Extremsportler. Bei erfolgreichem Abschneiden winken neben Ruhm auch Sponsorenverträge mit großen Geldgebern.

Skateboarder lieben die Herausforderung. Denny Pham ist 23 Jahre alt und hat die Herausforderung angenommen, den weltbesten Skateboardern bei den X-Games in München die Stirn zu bieten. Für die Extremsportszene sind die X-Games vergleichbar mit den Olympischen Spielen – ein gutes Resultat kann die Karriere beflügeln. Legenden wie Tony Hawk und Bob Burnquist werden in München erwartet. Ursprünglich stammt Denny Pham aus Rostock. Mehr als sein halbes Leben hat er ununterbrochen auf dem Skateboard verbracht. Seit einigen Jahren lebt er in Berlin und nutzt die zahlreichen Möglichkeiten der Stadt, um seine Leidenschaft auszuleben, sei es in einem der Skateparks oder direkt auf der Straße.

Pham lebt vom Skateboarden. Er hat Sponsoren wie Nike und Red Bull, die ihn unterstützen und seine Reisen kreuz und quer, rund um den Globus finanzieren.

Für Pham ist der Wettbewerb in München ein Ereignis, auf das er sich schon seit Monaten vorbereitet. Der 23-Jährige ist Street-Skater und tritt im Street-League-Wettbewerb gegen Stars der Szene wie Paul Rodriguez und Chris Cole an. Street bedeutet, dass in dieser Disziplin Hindernisse möglichst elegant mit dem Skateboard gemeistert werden müssen, die der Straße und der urbanen Umgebung nahekommen. Das sind Treppenstufen, Geländer, Steinblöcke sowie schräge und geschwungene Ebenen.

Bevor es mit dem Skateboardfahren ernst wurde, spielte Pham auch Fußball im Verein, doch das Gefühl von Freiheit auf vier Rollen war verlockender: keine vorgeschriebenen Trainingszeiten, keine Regeln, keine Trainer, keine Abhängigkeit von Spielplänen, Schiedsrichtern und Mitspielern.

Denny Pham gehört schon heute zu den besten Skateboardern Europas. Seine Sponsoren bezahlen ihn dafür, dass er ihre Kleidung trägt, die neuesten Produkte testet sowie regelmäßig Fotos und Videomaterial produziert, mit dem sie werben können. Magazine auf der ganzen Welt drucken Fotos von Denny Pham, seine Videos werden im Internet tausendfach angeklickt. Skateboarden kommt aus den USA, hier erfand der Sportsender ESPN 1995 auch die X-Games, die seitdem jährlich ausgetragen werden. In diesem Jahr überqueren die Spiele erstmals die Grenze, doch auch heute noch sitzt ein Großteil der Industrie in Kalifornien. Darum streben auch viele europäische Topfahrer eine internationale Karriere mit zahlungskräftigen, US-amerikanischen Sponsoren an. Pham ist auf dem besten Weg dorthin – und der hochkarätige Wettbewerb in München ist ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung. In jedem Fall bringen ihm diese Tage wieder wertvolle Aufmerksamkeit, wenn sich der Fokus der Szene und der großen Geldgeber auf die Extremsportler bei den X-Games in München richtet.

Skateboarden ist ein wichtiger Teil in Phams Leben. Es hat ihn geprägt, seinen Charakter geformt, seine Ausdauer und seine Kreativität entwickelt und ihn immer wieder herausgefordert. Seinen Ausgleich findet er bei seiner Familie und seinen Freunden. Glück bedeutet ihm sehr viel, und glücklich ist er meist, wenn er mit seinem Skateboard durch die Straßen rollt und spielerisch leicht seine Tricks zaubert. Für die nächsten Monate hat er sich noch einiges auf dem Skateboard vorgenommen. Am 3. Juli steht ein großer, internationaler Wettbewerb am Berliner Kulturforum auf dem Programm. Anschließend sind noch diverse Foto- und Videoreisen geplant. Besonders freut er sich auf seinen nächsten Trip nach Asien. Dort sind die Bedingungen für Street-Skateboarder derzeit ideal. Große Städte schießen wie Pilze aus dem Boden und bieten unzählige Möglichkeiten. Zudem sind die Menschen dort den Street-Skateboardern gegenüber sehr aufgeschlossen und tolerant.

Diese Zeiten sind in den USA lange vorbei, denn Skateboarden ist dort auf der Straße mittlerweile offiziell verboten. Wenn Denny Pham die Qualifikation für das Finale am Sonntag schafft, ist alles möglich. Er sagt: „Keiner ist unschlagbar“, andererseits kann ein einziger Sturz schon das Aus bedeuten. Wenn es nicht reicht, wird er sich das Finale mit seinen Freunden von der Tribüne aus ansehen. Dabei sein ist alles. Zumindest das haben die X-Games und die Olympischen Spiele gemeinsam.

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