Sport : Yildiray Bastürk

Wie der Herthaner sein Heimdebüt erlebte

Michael Rosentritt

Beim Warmlaufen winkt Yildiray Bastürk das erste Mal in die Ränge. Der 25-jährige Mittelfeldspieler gibt gleich sein erstes Heimspiel für Hertha BSC und wird fast schon überschwänglich vom Berliner Publikum gefeiert. Auf ihm ruhen die Hoffnungen, dass es mit dem ersten Saisonheimsieg klappt. Seine rot-weißen Fußballschuhe leuchten auf dem feuchten Rasen des Olympiastadions. Das Spiel beginnt, und schon blitzt Bastürks Können auf. Er gewinnt seinen ersten Zweikampf, spitzelt den Ball mit rechts auf Marcelinho, der beinahe das 1:0 erzielt. Rasch ist zu sehen, dass dem Türken eine zentrale Bedeutung in Herthas Offensive zukommt. Er läuft viel, wechselt oft die Seiten. Und er arbeitet nach hinten. So fährt er dem Leverkusener Ponte in die Hacken – Freistoß.

Plötzlich findet Bastürk auf der Stadionleinwand statt. Das Publikum erfährt, was Bastürk mit Maradona, Napoleon und Robert de Niro gemein hat – nämlich die Körperhöhe von 1,68 m. In der siebten Minute leitet der Mann mit der Rückennummer 7, „unser zweiter Zehner neben Marcelinho“ (Trainer Götz), die zweite Torchance ein. Doch Marx kann die Flanke Bastürks nicht vollenden.

Anschließend kontert Leverkusen, Bastürk stürmt zurück und holt Ponte gelbwürdig von den Beinen. Bastürk will sich den Berlinern von seiner leidenschaftlichen Seite zeigen. Er ist engagiert, er fordert die Bälle. In der 24. Minute unterläuft ihm der erste Fehlpass, ohne Folgen. Nach einer halben Stunde verschläft er ein schönes Zuspiel von Gilberto. Bastürk wäre frei zum Schuss gekommen. Aber er gibt nicht auf. Das zweite Mal flankt er von der rechten Seite – Bobic verpasst die Hereingabe. Bastürk ist von fast jeder Feldposition aus anspielbar. Hinterher wird Manager Dieter Hoeneß sagen, dass er überrascht ist, „wie weit der Yildiray nach seiner langen Verletzung schon ist“.

Zur zweiten Halbzeit betritt Bastürk zusammen mit Marcelinho den Rasen. Sie reden miteinander, und nur fünf Minuten später spielen beide einen doppelten Doppelpass miteinander – der bringt zwar nichts ein, es sieht aber sehr nach Kombinationsfußball aus. Kurz darauf fallen zwei Tore. Das zweite für Hertha, ein erstes für Leverkusen. Wieder ist Bastürk nicht beteiligt, hat aber dafür in der 65. Minute das 3:1 auf dem Fuß. Der Ball von Marcelinho verspringt ihm. Dann winkt er ein zweites Mal in die Ränge, Trainer Götz wechselt ihn aus. Das Publikum applaudiert.

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