Sport : Zabel fährt das letzte Rennen für T-Mobile

Mathias Klappenbach

Berlin - Zum Abschied wird noch einmal auf die große Karriere zurückgeblickt, das ist so üblich. Erik Zabel fährt heute sein letztes Radrennen für den Rennstall T-Mobile, der 35-Jährige startet beim Herbstklassiker Paris – Tours, den er bereits zweimal gewonnen hat. Aber auch wenn nach 13 Jahren für das T-Mobile-Team, das früher Team Telekom hieß, alle seine großen Erfolge noch einmal aufgelistet werden, darunter der sechsmalige Gewinn des Grünen Trikots als bester Sprinter bei der Tour de France – Zabel beendet seine Laufbahn noch gar nicht. Er hat einen Dreijahresvertrag bei dem neuen italienisch-deutschen Team Milram unterschrieben.

Die Mannschaft übernimmt in der Rennserie Pro Tour in der nächsten Saison den Platz des Teams Domina Vacanze. Dessen Star Alessandro Petacchi wird dann Teamkollege von Zabel, der einen garantierten Startplatz bei der Tour de France hat und in der Hierarchie seiner neuen Mannschaft zusammen mit dem Italiener Petacchi oben stehen wird. Das war bei T-Mobile nicht mehr so, in diesem Jahr war Zabel nicht einmal für die Tour de France nominiert worden, weil die anderen acht Fahrer Helfer für Jan Ullrich sein sollten.

„Ich gehe als Freund“, sagte Zabel trotz der Missstimmung, die nach seiner Nichtnominierung aufkam. „Elfeinhalb dieser 13 Jahre waren eine einzige Party, ein großes Fest“, sagte Zabel dem „Kicker“. Einen feierlichen Abschied wird es nicht geben, für Zabel ist sein letztes Rennen für T-Mobile „das Ende einer Dienstfahrt“. Der Rennstall will sich bei Zabel für die treuen Dienste bedanken, indem die Mannschaft heute noch einmal für ihn fährt. Zabel zählt zu den Favoriten, auch weil Petacchi und der Weltmeister Tom Boonen nicht am Start sind.

Paris – Tours galt jahrzehntelang als ein ideales Rennen für Sprinter. Doch seit einigen Jahren gewinnen dort vor allem Ausreißer, die sich bei den letzten Steigungen vor der langen Zielgeraden absetzen. Auch in diesem Fall hat Erik Zabel eine Chance auf einen weiteren, letzten Sieg für T-Mobile. In den vergangenen Jahren ist er vom Sprintspezialisten zu einem Fahrer geworden, der auch eine Attacke mitgehen und dann im Finale gewinnen kann. Das gilt auch für die nächste Saison.

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