Sport : Zabel lädt zum Radrennen nach Berlin

Johannes Ehrmann

Berlin - Jens Voigt zieht derzeit noch Kalifornien vor. Doch im Gegensatz zu dem Berliner Radprofi haben die Sixdays-Sieger Robert Bartko und Roger Kluge zugesagt. Am 22. Mai macht in Berlin zum ersten Mal seit elf Jahren der internationale Straßenradsport Station. „ProRace Berlin“ heißt das neu geschaffene Eintagesrennen der dritthöchsten Kategorie „1.1“ über rund 180 Kilometer mit Start und Ziel im Herzen Berlins.

„Es gibt nach wie vor viele Radsport-Interessierte, gerade in Berlin“, sagt Frank Bertling, Geschäftsführer des Veranstalters „upsolut“. Doch die Verhältnisse haben sich umgekehrt. Nach den Jahren, in denen der Ullrich-Boom die Massen begeisterte, ist nun in Berlin das zum vierten Mal stattfindende Jedermann–Rennen „Velothon“ das Zugpferd für die Profis. Rund 12 500 Teilnehmer hatte es im Vorjahr. Die Veranstalter wollen in punkto Doping, dem Hauptproblem der Branche, „der Realität ins Auge sehen“. Und die hat mit dem Fall Patrik Sinkewitz (siehe Seite 20) gerade eine weitere unschöne Facette erhalten. Es geht daher auch darum, nicht die Falschen einzuladen. „Es ist nicht unbedingt nötig, dass Alberto Contador in Berlin fährt“, sagt Bertling. Contador startet zeitgleich wohl ohnehin beim Giro d’Italia.

Sportdirektor des Rennens ist der Berliner Publikumsliebling Erik Zabel, der in der Szene noch bestens vernetzt ist. Namhafte Teams wie HTC-Highroad, Omega Pharma-Lotto und Vacansoleil-DCM sind am Start. Das DFB-Pokalfinale am Vortag sieht Bertling als nicht hinderlich an. „Die Stadt wird ohnehin voll sein“, sagt er, „was uns eher befördert“. Ob und in welcher Form das Fernsehen überträgt, sei zunächst noch nicht das Wichtigste: „Das Rennen muss erst einmal vor Ort funktionieren.“ Johannes Ehrmann

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