Sport : Zäck gesteht Fehler, aber keine Schuld

Positiv getesteter Triathlet verzichtet auf die B-Probe

Frank Hellmann

Frankfurt am Main - Der mit einer positiven A-Probe aufgefallene Triathlet Jürgen Zäck verzichtet auf die Öffnung der B-Probe. „Das ist kein Schuldeingeständnis, aber ich erkenne die Arbeit der Labore an“, sagte Zäck dem Tagesspiegel. Nach einer Kontrolle am 22. Mai in seinem Heimatort Vallendar bei Koblenz war eine erhöhte Konzentration des Metaboliten Etiocholanolon gefunden worden, ein anaboles Steroid. Die Anti-Doping-Kommission der Deutschen Triathlon-Union (DTU) wird über den Fall nächste Woche verhandeln, bestätigte DTU-Präsident Klaus Müller-Ott. Einer Sperre seitens der DTU sieht der 40 Jahre alte Sportler gelassen entgegen. „Ob sie mich ein halbes oder zwei Jahre sperren, ist mir egal – ich werde keinen Leistungssport mehr machen.“ Seine Startlizenz habe er bereits zurückgeschickt.

Zäck, ein Pionier seiner Sportart, bleibt bei seiner Darstellung, ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel habe die positive Probe verursacht – Zäck weilte bis zum 18. Mai in Solana Beach nahe San Diego, „dort habe ich drei Präparate genommen, die ich dort im Supermarkt gekauft und aus dem Internet bestellt habe: ein Proteinpulver, eine Pulvergetränk mit Aminosäuren und ein Glutaminpräparat“. Er würde täglich solche Mittel nehmen. „Nach dem Training mische ich die Pulver mit Bananen und Orangensaft, dann habe ich erstmal alles intus, was ich brauche.“ Er wolle die noch in seinem Besitz befindlichen US-Produkte aber nicht in ein Labor zur Untersuchung geben, „das macht keinen Sinn, vielleicht ist nur eine einzelne Dose belastet“.

Der Altmeister glaubt, „dass ich keine Chance habe, mich ganz reinzuwaschen“. Und er gesteht: „Ich muss mir den Vorwurf gefallen lassen, leichtsinnig gehandelt und den Präparaten naiv vertraut zu haben.“ Nach den turbulenten Tagen beteuert er auch, für die Absage beim Frankfurter Ironman mit einer verlogenen E-Mail „habe ich mich geschämt“.

Der achtfache Ironman-Sieger will mit einigem Abstand künftig eigenständig als Coach arbeiten, „im Ausland geht das sowieso bald, in Deutschland irgendwann, wenn Gras über die Sache gewachsen ist“. Was er dem Nachwuchs vermitteln werde? Zäck sagt: „Unter anderem kann ich ihnen nun sagen, dass sie mit Nahrungsergänzungsmitteln ganz vorsichtig umgehen müssen.“ Wenn es so einfach wäre.

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