Zäher, reifer, schneller : Button wird zu Vettels größtem Rivalen

2009 wurde Jenson Button Weltmeister. Jetzt schickt sich der Engländer an, Sebastian Vettel den Titel streitig zu machen - mit Erfahrung und ganz viel Ruhe.

Karin Sturm
Jenson Button gewann zum Saisonauftakt in Melbourne.
Jenson Button gewann zum Saisonauftakt in Melbourne.Foto: dapd

Er hat zwar den ersten Grand Prix des Jahres vor Sebastian Vettel gewonnen, wunschlos glücklich ist Jenson Button dennoch nicht. „Den Qualifying-Speed von Sebastian Vettel, den hätte ich gerne“, sagt er. „Damit wäre ich dann der perfekte Rennfahrer.“

Dass Button dem schon nahe kommt, davon ist zumindest sein Teamchef Martin Whitmarsh überzeugt. Schon 2011 war der 32 Jahre alte Button der erfolgreichere der beiden McLaren-Piloten und stellte überraschend seinen höher eingeschätzten Teamkollegen Lewis Hamilton in den Schatten. Diese Tendenz setzte sich jetzt auch beim Saisonauftakt in Melbourne fort, als Hamilton zwar das Qualifying gewann, Button aber im Rennen mit seinem sanften, Reifen schonenden Fahrstil und seiner Übersicht wieder einmal das bessere Ende für sich hatte. „Jenson ist einfach immer noch stärker und stärker geworden“, sagt Whitmarsh. Zudem habe sich der Brite auch nach seinem-Titel von 2009 den Hunger auf Siege bewahrt.

Jenson Button zählt außerdem zu den fittesten Formel-1-Piloten und hat schon Triathlons über die olympische Distanz von 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen in unter zwei Stunden und zehn Minuten bestritten. Bei einem Zehn-Kilometer-Lauf in Japan schaffte er neulich eine Zeit von 35 Minuten. Button arbeitet akribisch, auch an seinem Körper: Kürzlich hat er auch seine Ernährung umgestellt, auf einen sehr viel höheren Eiweißanteil: „Ich habe festgestellt, dass das meinem Körper besser bekommt“, begründete er seine Abkehr von der bei Ausdauersportlern stark Kohlenhydrat-betonten Kost. „Seitdem fühle ich mich insgesamt noch wohler.“

Obwohl sich Button anschickt, zum härtesten Gegner von Sebastian Vettel zu werden, versteht sich Weltmeister gut mit seinem Widersacher. Vor der Siegerehrung im Melbourne plauderten die beiden freundlich miteinander, während der drittplatzierte Hamilton ziemlich abgemeldet daneben stand. Vettel sagt über Buttons Stärken: „Die Erfahrung zählt dazu, aber auch die Tatsache, dass er schwer aus der Ruhe zu bringen ist, macht ihn sehr stark.“

So lange Jenson Button mit diesen Fähigkeiten glänzen kann, bleibt er wohl der gefährlichere Gegner als der aggressivere, aber auch fehleranfälligere Lewis Hamilton.

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