Sport : Zaghafte Borussen Dortmund müht sich zu einem 2:2 gegen Leverkusen

Felix Meininghaus

Dortmund. Die spannendsten Meldungen vor Spielen von Borussia Dortmund kommen in diesen Wochen aus der Krankenabteilung: Flavio Conceicao und Tomas Rosicky wieder arbeitsfähig, Enrique Ewerthon mit Sprunggelenksverletzung abgemeldet – so lautete das ärztliche Bulletin vor der Begegnung gegen Leverkusen. Macht elf verletzte und gesperrte Akteure. Es war schon mal schlimmer in dieser Saison. Dagegen muss Bayer derzeit nur auf Zoltan Sebescen verzichten.

Eine luxuriöse Ausgangslage, die die Gäste vom Rhein zu einer furiosen ersten Hälfte nutzten. Vor 81 500 Zuschauer, die für die größte Kulisse in der Dortmunder Vereinsgeschichte sorgten, erspielten sie sich nach einer Viertelstunde des Abtastens Chancen im Minutentakt: dreimal Franca, Ramelow, Schneider, Lucio, Placente, Neuville. Jeder durfte, keiner konnte. Dafür konnten die Dortmunder. Der Doppelschlag durch Salvatore Gambino korrespondierte nicht mit dem Spielverlauf. Kaum zu glauben, wie abgeklärt Gambino, der am kommenden Donnerstag erst 20 Jahre alt wird, die ersten beiden Chancen für die Borussia verwertete. Postwendend schlug Leverkusen durch Oliver Neuville zurück (35.).

Es war eine spannende erste Halbzeit mit hohem Unterhaltungswert, in der die Leverkusener viel zu wenig aus ihrer Überlegenheit gemacht hatten: „Wir haben in einem rasanten Spiel die besseren Möglichkeiten gehabt“, sagte Leverkusens Manndecker Jens Nowotny. „Da hätten wir mehr draus machen müssen.“ Und sein Trainer Klaus Augenthaler empfand es als „ärgerlich, dass du eigentlich deutlich führen musst, und plötzlich liegst du hinten“.

Nach dem Seitenwechsel spielte Leverkusen im fremden Stadion weiter offensiv, Dortmund konterte, und es ergaben sich beste Chancen für beide Teams. Und als Schiedsrichter Franz-Xaver Wack auch noch zwei Entscheidungen traf, die nicht auf das Wohlwollen der schwarz-gelben Anhängerschaft traf, wurde die Atmosphäre immer giftiger. Es gab eine Rudelbildung vor der Leverkusener Bank und dann die gelb-rote Karte für Leverkusens Placente.

Doch trotz numerischer Unterlegenheit gelang dem eingewechselten Babic der verdiente Ausgleich (78.) für Bayer, was Nowotny zu der Aussage veranlasste, „dass die Moral in Ordnung ist“. Das Tor von Babic war der Schlusspunkt einer fulminanten Partie, wie es sie nur selten zu sehen gibt. Wahrscheinlich war das auch die Ursache dafür, dass sich Dortmunds Trainer Matthias Sammer nach dem Spiel milde gestimmt zeigte. „Mit dem 2:2 können wir gut leben“, sagte Sammer.

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