Sport : Zahlen, die lügen

Friedhard Teuffel

Die Statistik ist ein guter Helfer des Sports, weil sie viel erklären und viel erzählen kann. Zur Kehrseite des Sports, dem Doping, kann sie jedoch wenig Erhellendes beitragen. Bei den Olympischen Winterspielen in Turin gab es nur einen positiven Dopingfall. Dennoch bleibt von den Spielen ein großer Dopingskandal in Erinnerung, nachdem die italienische Polizei bei einer Razzia in einem Quartier der Österreicher Gerätschaften zur Manipulation gefunden hatte. Auch in Deutschland darf man den Zahlen nicht trauen. Die positiven Dopingfälle sind im vergangenen Jahr um sieben Prozentpunkte zurückgegangen. Doch was heißt das?

Im Grunde gar nichts, weil man das Gefühl nicht los wird, dass die Jäger den Betrügern nicht näher gekommen sind. Unter den positiven Dopingfällen findet sich kein einziger Betrug mit dem populären Erythropoietin (Epo). Das liegt wohl daran, dass in immer feineren Dosen an den erlaubten Wert herangedopt wird. Der Betrug ist dann so gut wie nicht mehr nachweisbar. Überhaupt ist Epo im Körper nur drei Tage nach Anwendung noch zu finden. Die Doping-Kontrolleure müssen also sehr genau arbeiten.

Eine Zahl kann man aber gar nicht ernst genug nehmen. Es sind die 4500 Trainingskontrollen pro Jahr, die auf mehr als 10 000 deutsche Athleten kommen. Da lässt sich leicht ausrechnen, wie erfolgreich der Kampf gegen Doping sein kann.

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