Sport : Zahlen und siegen

Deutsche Volleyballer treten am Wochenende in Berlin in der Europaliga an

Karsten Doneck

Berlin - Der Geldeinsatz ist beträchtlich, der sportliche Gegenwert zweifelhaft. Zu zahlen sind zunächst 30 000 Euro Teilnahmegebühr. Dann muss der Ausrichter 80 000 bis 100 000 Euro auftreiben, um für drei Tage für Kost und Logis der Gegner aufzukommen und um die vom europäischen Verband geforderten Fernsehzeiten einzukaufen. Europaliga im Volleyball – ein Zuschussgeschäft. Trotzdem nimmt Deutschlands Männer-Nationalmannschaft an dem Turnier teil. Die letzte Runde steigt an diesem Wochenende mit Spielen gegen Estland (Freitag, 20 Uhr), Kroatien (Samstag, 20 Uhr) und Niederlande (Sonntag, 19 Uhr, jeweils Sömmeringhalle). Die deutsche Mannschaft, in ihrer Achtergruppe derzeit Vierter, müsste schon alle drei Spiele gewinnen, um sich für die Endrunde am 19. und 20. August in Izmir zu qualifizieren.

Doch Stelian Moculescu misst der Europaliga ohnehin keine große Bedeutung bei. „Es geht nicht um übermäßig viel“, sagt der Volleyball-Bundestrainer. „Das ist mehr ein Prestigeturnier, wir wollen weitere Spielpraxis bekommen.“ Und auch Werner von Moltke, dem Präsidenten des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), schweben andere, höhere Ziele vor. „Wir wollen nach Peking“, sagt von Moltke. Die Qualifikation für das olympische Turnier 2008 hält von Moltke für machbar. „Unsere Spieler sind älter und erfahrener geworden. In der Mannschaft steckt Potenzial. Ich hoffe, dass es zu einer Leistungs-Explosion kommt“, sagt von Moltke. Um die Startvoraussetzungen für die Olympia-Qualifikation zu verbessern, müssten Deutschlands Volleyballer aber aus den Tiefen der Weltrangliste herausklettern. „Zurzeit sind wir auf 28 – oder irgend so einem Platz“, sagt Moculescu. Er fordert: „Wir müssen unter die ersten 16 kommen, das erhöht unsere Chancen für Peking.“ Um Plätze gutzumachen, will der DVV 2007 unbedingt zurück in die Weltliga. Auch das ist ein teures Vergnügen, es erfordert den Einsatz einer knappen Million Euro.

Etwas Geld könnte der DVV jetzt in Berlin einsammeln. In der Europaliga werden auch Prämien gezahlt: 1000 Euro für einen Sieg, 500 Euro als Trost für den Verlierer. Kostendeckend lässt sich freilich mit derlei Prämien nicht arbeiten.

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