Sport : Zaubern und zaudern

Werder Bremen trennt sich 3:3 vom 1.FC Nürnberg.

Da war noch alles gut. Der Bremer Eljero Elia (links) trifft zum 2:0. Foto: dpa
Da war noch alles gut. Der Bremer Eljero Elia (links) trifft zum 2:0. Foto: dpaFoto: dpa

Bremen - Schon nach wenigen Minuten ging ein Raunen durch das Bremer Weserstadion. So einen wie Santiago Garcia hatten die Werder-Fans schon lange nicht mehr auf der linken Außenbahn erlebt. Auf jener Position, die seit Jahren eine Dauerbaustelle ist. Der Argentinier raste die linke Seite rauf und runter, schlug Maßflanken und gewann auch in der Defensive fast jeden Zweikampf. Doch letztendlich reichte seine Gala in der ersten halben Stunde nicht. Weil Garcia anschließend bei zwei Gegentreffern nicht glücklich aussah, der 1. FC Nürnberg sich steigerte und aus einem 0:2-Rückstand noch ein 3:3-Unentschieden machte.

Die Franken waren in der zweiten Hälfte das bessere Team, vor allem aber stimmte bei Werder einmal mehr die Balance zwischen Defensive und Offensive nicht. Den Auftritt Garcias kann man dabei durchaus als eine Art ein Spiegelbild der gesamten Werder-Mannschaft sehen. „Wir haben uns deutlich gesteigert in der Offensive, aber wir haben auch gesehen, wo noch Entwicklungspotenzial ist“, sagte Werders Sportchef Thomas Eichin.

Werders Trainer Robin Dutt ärgerte sich ebenfalls darüber, dass sein Team die Führung nicht behaupten konnte. Aber er sah nach dem Abpfiff vielmehr das Positive: „Puh, das war richtig, richtig gut, was wir in der ersten Halbzeit gespielt haben.“ In der Tat zauberte Werder zunächst ziemlich desolate Nürnberger mit schnellen Kombinationen auseinander. Dutt meinte, dass sein Team zuletzt eher kleine Schritte gemacht habe. „Heute war das ein großer Schritt in die richtige Richtung.“ Aber er sagte auch: „Es wäre ja zu schön gewesen, wenn sie das über 90 Minuten durchgehalten hätte.“ Werder hielt es nicht durch. Kurz vor der Halbzeit fiel der Anschlusstreffer der Franken, bald nach dem Wechsel der Ausgleich, und nach Eljero Elias 3:2 der erneute Ausgleich.

Am Ende des Weges, dozierte Dutt, könne nur attraktiver Offensivfußball zum Erfolg führen, aber der Weg dorthin führt über eine stabile Defensive. Das predigt der Werder-Trainer seit Wochen, aber in Halbzeit zwei hatten seine Spieler das vergessen oder sich zu sehr berauscht an der ersten Halbzeit.

Werder hatte zunächst stets ein Übergewicht im Mittelfeld und wich – wenn der Club dort dicht machte – geschickt auf die Flügel aus. Unter anderem auf Garcia, der das erste Tor schoss – wenngleich es wohl eher ein Eigentor des Nürnbergers Berkay Dabanli war. Auch am 2:0 war der 25-Jährige beteiligt. Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte leitete er geschickt den Angriff ein, den Eljero Elia mit seinem ersten Treffer erfolgreich abschloss. Für den arg kritisierten Niederländer freute sich Dutt: „Er hat immer hart gearbeitet und die Tore geben ihm sicherlich Selbstbewusstsein.“ Den Kollegen Garcia nahm Dutt in Schutz nach seinen Stellungsfehlern bei zwei Gegentore. Grundsätzlich erwarte er von einem Außenverteidiger ein sehr offensives Spiel. Er sehe nicht nur den Letzten in der Fehlerkette. „Den Letzten beißen die Hunde, aber Santiago Garcia war ganz bestimmt nicht alleine Schuld.“ Sven Bremer

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