Sport : Zaun-Unfall in Frankfurt löst Debatte aus

Frank Hellmann

Frankfurt am Main - Die Choreographie war eindrucksvoll. Eine Europakarte hatten die Ultras der Frankfurter Eintracht über die gesamte Westkurve gespannt, dazu zauberten sie einen großen Eintracht-Adler aus Plastik hervor. Doch so imposant die Show, so tragisch deren Ende. Nach dem Zusammenrollen der Plane kletterte ein Fan auf den Zaun, verlor das Gleichgewicht und stürzte in einen Betongraben. Der Mann wurde sofort ins Krankenhaus Frankfurt-Höchst gebracht, erlitt glücklicherweise keine Rücken-, sondern lediglich eine Knieverletzung.

Dennoch regte der Vorfall zum Nachdenken an. Gestern erneuerte Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen sein Vorhaben, die Zäune abzuschaffen. „Gegen so etwas kann kein Ordnungsdienst der Welt etwas machen. Wir müssen ernsthaft überlegen, ob wir die Zäune noch brauchen.“ Bruchhagen wünscht sich Verhältnisse wie in England, wo die Abschaffung der Zäune eher zu einer Befriedung auf den Rängen geführt hat. Bruchhagen weiß aber, dass die Frankfurter Fans mehrfach aus der Rolle fielen. „Es ist die Königsfrage, ob nicht Hunderte den Rasen stürmen, wenn wir in einem Heimspiel in der 80. und 90. Minute zwei unberechtigte Elfmeter gegen uns erhalten.“

Der Vorfall in Frankfurt hat auch Bedeutung für die Weltmeisterschaft, schließlich ist die Arena auch Schauplatz von fünf WM-Spielen. Zur WM sind allerdings die Zäune abmontiert – eine Maßgabe des Weltverbandes Fifa für internationale Spiele mit ausschließlich Sitzplätzen. Dafür wird der Ordnungsdienst verstärkt. Doch wie heikel dies ist, zeigten die „Flitzer“ während des Confed-Cups – sie waren an den Ordnungskräften unbehelligt vorbei auf das Spielfeld gestürmt. Zur WM sollen nun die Sicherheitskräfte so stark und wachsam sein, dass sich so etwas nicht wiederholt. Metallzäune wären die letzte Lösung.

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