Sport : Zehn Bayern feiern Premiere

Die Münchener schlagen Gladbach 3:0 im ersten Bundesligaspiel im neuen Stadion – Ismael sieht Gelb-Rot

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Drei Eröffnungsspiele hat die AllianzArena bislang erlebt. Alles gut, alles wichtig, sagte Bayerns Manager Uli Hoeneß Anfang der Woche, aber jetzt werde es Zeit, dass endlich das Eigentliche los geht, dass „die richtigen Hardcore-Fans da sind und der volle Allianz- Arena-Sound“ zur Entfaltung kommt. Seine Augen leuchteten, als er davon sprach, er malte sich in Gedanken offenbar aus, wie der perfekte Eröffnungsabend auszusehen habe. Vermutlich stimmten seine Vorstellungen in etwa mit dem überein, was er gestern erlebte: Mit 3:0 (1:0) besiegten die Münchener im Auftaktspiel zur Bundesliga-Saison 2005/06 Borussia Mönchengladbach, und wurden ihrer Favoritenstellung trotz einiger Anlaufschwierigkeiten am Ende gerecht.

Nach der offiziellen Saisoneröffnung durch den Ligachef Werner Hackmann kümmerten sich zunächst die Bayern um das sportliche Programm des Abends. Die erste große Chance hätte sich ihnen nach elf Minuten geboten, hätte nicht Thomas Helveg mit der Hand das Zuspiel auf den enteilten Roy Makaay verhindert, wofür der Gladbacher Innenverteidiger von Schiedsrichter Manuel Gräfe nicht bestraft wurde. Echte Dominanz entwickelte das Spiel der Münchener zunächst jedoch nicht, was vor allem einer engagierten Leistung der Gäste geschuldet war.

Die Münchener Fans vergnügten sich währenddessen an der Akustik der neuen Heimat, was zwischenzeitlich in einem Kanon von „Gute Freunde kann niemand trennen“ gipfelte, den Nord- und Südkurve fröhlich intonierten. Die Teams jedenfalls schien es zu inspirieren: Zunächst kamen die Gladbacher durch Vaclav Sverkos dem Führungstor nahe, wenig später erzielten es die Bayern: Owen Hargreaves passte den Ball von der linken Außenlinie Richtung Strafraumeck auf Santa Cruz, und als dessen Hackenablage eher zufällig zurück zum Engländer hoppelte, schoss er den Ball so hart und präzise in den Winkel.

Es entwickelte sich in der Folge ein flottes Spiel, bedauerlicherweise war es für Bayerns Zugang Valerien Ismael schon kurz vor der Pause beendet. Nach einem Foul erhielt der bereits verwarnte Franzose die Gelb-Rote Karte. Nach dem Wechsel konnten sich die Münchener trotz Unterzahl zunächst die besseren Chancen erarbeiten. Santa Cruz, der vor der Pause auf 2:0 hätte erhöhen können, vergab später die Chance auf den ersten Hattrick der Saison: erst traf er den Pfosten, dann schlenzte er vorbei, beim dritten Versuch parierte Gladbachs Torwart Kasey Keller. Danach erlöste Trainer Felix Magath den Paraguayer und brachte für ihn Jens Jeremies zur Sicherung des Ergebnisses.

Die Gladbacher mühten sich: Ein Seitfallzieher von Oliver Neuville prallte kurz vor der Linie von Martin Demichelis’ Schädel ab; ein Pikenschuss von Marcell Jansen nach ziemlich frecher Einzelleistung landete am Pfosten. Einen sentimentalen Moment erlebten die 66 000 Zuschauer in der 72. Minute: Giovane Elber betrat das Feld, es war sein erster Einsatz für Gladbach und sein erstes Bundesliga-Spiel gegen seinen ehemaligen Klub.

Die letzten Pointen des Spiels aber waren einem anderen vorbehaltem; jenem, für den Elber vor knapp zwei Jahren hatte Platz machen müssen. Bayerns Stürmer Roy Makaay hatte sich zwei seiner gewohnt raren Momente für den Schluss aufgehoben. Einmal wurde er von Jeremies angespielt, ein zweites Mal von Demichelis – das Ergebnis war dasselbe: In atemberaubender Coolness erzielte er zwei Treffer zum Endstand von 3:0.

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