Sport : Zehn Jahre sind genug

Lars Spannagel

Zehn Jahre ist es nun her, dass ein schlaksiger junger Deutscher mit seltsamer Frisur erstmals im Trikot der Dallas Mavericks mit der Nummer 41 auflief. Seitdem hat Dirk Nowitzki in der NBA eine außergewöhnliche Karriere hingelegt. Doch eine Dekade nach seinem Debüt am 5. Februar 1999 scheint Nowitzki seinen Zenit überschritten zu haben – zumindest bei den Mavericks, die zur Heimat des Würzburgers geworden sind.

Im Moment läuft Dallas sogar Gefahr, die Play-offs zu verpassen. Ein ernsthafter Titelaspirant ist Nowitzkis Klub nicht mehr. Zu alt ist der wichtigste Helfer des Deutschen, Aufbauspieler Jason Kidd, zu wenig hungrig scheint das Team zu sein. Nowitzki stand einmal im NBA-Finale, wurde zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt und konnte sich mit der Nationalmannschaft für Olympia qualifizieren – doch um auch die Meisterschaft in der NBA zu gewinnen, muss er Dallas verlassen. Auch andere große, alternde Basketballer haben ihre Starrolle aufgegeben und sich in neuen Teams einem noch größeren Star untergeordnet, um den ersehnten Titel zu gewinnen. Die Frage ist nur, ob Nowitzki sich von Dallas lösen kann.

Immerhin hat die Klubführung um den Besitzer Mark Cuban immer zu dem Deutschen gehalten, auch als der nach der verlorenen Finalserie 2006 und dem blamablen Play-off-Aus 2007 in der Kritik stand. Dafür ist ihm Nowitzki dankbar. Und so könnte sich der bodenständige Star für ein harmonisches Karriereende in Dallas entscheiden statt für einen Neuanfang bei einem hochklassigen NBA-Team. Es wäre eine Entscheidung gegen den Titel, der ihm weiterhin fehlt.

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