Zehnkampf : Pascal Behrenbruch erreicht Rekord

„Reiß Dich zusammen", sagte sich Pascal Behrenbruch und kämpfte sich vom zwölften auf den sechsten Rang vor.

Nach drei Disziplinen klärte sich, dass Pascal Behrenbruch als echter Zehnkämpfer auftreten wollte. Und nicht als sensibler Muskelprotz. „Reiß Dich zusammen, kämpfe, Du darfst nicht aufgeben“, schrie sich Behrenbruch zu. 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, alles mittelprächtig gelaufen. Danach kam die typische Behrenbruch-Denkweise: „Mensch, jetzt wirst Du nur noch Zwölfter. Lohnt sich das noch?“

Es lohnte sich. 2,02 Meter überquerte der 24-Jährige im Hochsprung, obwohl der Sprungfuß kurz zuvor noch verletzt gewesen war. Die 400 Meter. Seine Taktik: „Geh die ersten 200 Meter so schnell an, als wäre bei 250 Metern das Ziel.“ Aber bei 250 Metern schoss ihm durch den Kopf: „Verdammt, das Ziel ist ja doch noch ziemlich weit weg.“ Würde er jetzt einbrechen? Er hielt durch. 48,72 Sekunden, „super Zeit“. Er hatte 94 Punkte mehr als in Götzis, als er seine Bestmarke 8374 Punkte erzielt hatte. Die Aufholjagd des Pascal Behrenbruch hatte begonnen.

110 Meter Hürden, er wollte unter 14 Sekunden laufen. Der Start war beispiellos schlecht, Behrenbruch lief 14,24 Sekunden. Er war sauer. Diskus, er kann 52 Meter werfen. Aber die Scheibe landete bei 48,06 Meter. Wieder Punkte verschenkt.

Doch nun kam die große Zeit des Pascal Behrenbruch. Ausgerechnet beim Stabhochsprung. Er hat eine Urangst vor dem Springen. Deshalb hatte er extrem viel Stabhochsprung trainiert. Beim Einspringen überquerte er 4,50 Meter, da wusste er, dass er problemlos 4,60 Meter springen kann. Er verkürzte seinen Anlauf, griff zu einem härteren Stab, dann steigerte er sich sogar auf 4,80 Meter. Persönliche Bestleistung.

Der Speer, seine große Stärke. Er hat schon über 70 Meter geworfen. Jetzt wollte er auf 72 Meter kommen. 69,72 Meter im ersten Versuch. Er wollte zulegen. Aber die Kraft fehlte. Immerhin, er lag jetzt auf Rang fünf.

Jetzt sah er die Chance zu Bronze. Aber dazu musste er die 1500 Meter schnell laufen. Norman Müller, sein Teamkollege, sollte ihn ziehen. Aber Müller lief zu langsam an, außerdem wechselte er die Geschwindigkeit. Behrenbruch musste mal abbremsen, dann wieder das Tempo steigern, er fand keinen Rhythmus. Am Ende lief er auf Rang sechs. 8439 Punkte, neue persönliche Bestleistung. Erschöpft winkte er zum jubelnden Publikum, der Zehnkämpfer Behrenbruch. Frank Bachner

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