Sport : Zeigen, wie es nicht geht

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In einem neuen Werbespot tritt Lukas Podolski als Polizist mit Oberlippenbart auf, er zeigt Amateuren dann, wo es langgeht und wie man richtig dribbelt. Auch auf dem Platz will er seit einigen Wochen Führungsspieler sein. Endlich, dachte man, als er beim 1. FC Köln vom Anpfiff weg großes Engagement an den Tag legte und seine Leistungen sichtbar besser waren als in den vielen Monaten zuvor. Manch überflüssige Grätsche und sinnloses Lamento schienen zunächst ein akzeptabler Preis dafür zu sein, aber Podolski füllt seine neue Rolle wie ein Spätpubertierender aus, welcher der Welt mit unflätigen Fingerspielchen entgegentritt.

Beim Pokalsieg gegen 1860 München war die deutlichste Geste seine Faust vor den Münchner Fans, die Gelbe Karte dafür ist als allgemeingültige Verwarnung zu verstehen. „Er ist nicht mehr 18 und sollte seinen Kopf mal einschalten“, sagte der Münchner Benjamin Lauth. Podolski ist 25. Einen Fernsehreporter, der ihn auf seine Gesten ansprach, bügelte Podolski ab. Zuvor hat er in der Bundesliga den Dortmunder Nuri Sahin auf dem Platz mit dem 3:0 der Nationalmannschaft gegen die Türkei provoziert – der revanchierte sich mit dem Siegtreffer in letzter Minute. Und kurz davor hatte Podolski die „fehlende Strategie“ in Köln in einem Interview kritisiert – die Strategie der Kölner heißt seit seiner Rückkehr 2009 Podolski.

Er kam aus München, wo er den Durchbruch nicht geschafft hatte. Anders als Bastian Schweinsteiger, der sich zu einem echten Führungsspieler entwickelt hat. Er ist nicht mehr „Schweini“. Podolski kann froh sein, wenn sein Spitzname nicht zu einem Schimpfnamen wird.

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