Sport : Zeit für eine Serie

Albas Mike Penberthy ist schwer ausrechenbar

Helen Ruwald

Berlin - Der Mann polarisiert. Manchmal taucht er ab, bekommt kaum einen Ball und wirkt wie ein Fremdkörper im Spiel von Alba Berlin. Doch plötzlich, wenn keiner mehr damit rechnet, lässt Mike Penberthy Ball um Ball aus sieben, acht Metern Entfernung in den Korb segeln. Im letzten Uleb-Cup-Spiel gegen Ventspils etwa im Januar machte der 31-jährige US-Amerikaner in den ersten 30 Minuten zwei Punkte, in den letzten zehn Minuten hingegen 17, darunter fünf Dreipunktewürfe. Alba drehte das Spiel und siegte. Vor einer Woche gegen Karlsruhe fand Penberthy den Rhythmus schon zu Beginn, 15 Punkten bis zur Pause folgten fünf danach – genug, um Albas Topscorer zu werden.

„Er ist immer eine Bedrohung“, sagt Alba Berlins Vizepräsident Marco Baldi, „man darf ihn keine Hundertstelsekunde aus den Augen lassen. So ein Distanzschütze hat uns letztes Jahr gefehlt.“ Penberthy kommt auf 16,2 Punkte im Schnitt, sein Saisonrekord: 33 Punkte, davon neun Dreier, gegen Ludwigsburg.

In Berlin musste sich Penberthy, der 2001 zum Kader des NBA-Champions LA Lakers gehörte und die letzten Jahre bei Pompea Neapel spielte, umstellen. Er ist nicht der unumschränkte Star im Team, bekommt weniger Bälle und muss ungewohnte Defensivarbeit leisten. Letzteres tut er nicht immer mit Erfolg, „aber er versucht immer, sich zu verbessern und ruht sich nicht auf seinen Meriten aus“, lobt Baldi.

Er könnte nur neun-, zehnmal werfen, nicht 25 Mal, „sonst würde ich Ärger kriegen“, sagt Penberthy, „ich sorge dafür, dass jeder an den Ball kommt und muss Geduld haben.“ Heute in Köln hat Penberthy noch etwas gutzumachen. Im Hinspiel machte er nur fünf Punkte. Zeit für eine neue Serie.

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