Sport : Zeit zum Wechseln

Herthas Trainer Babbel wird beim Pokalspiel gegen Rot-Weiss Essen einige Veränderungen vornehmen

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Seltenes Vergnügen. Nach vier Einsätzen in der Liga könnte Maik Franz (Mitte) im Pokal mal wieder für Hertha spielen. Foto: AFP
Seltenes Vergnügen. Nach vier Einsätzen in der Liga könnte Maik Franz (Mitte) im Pokal mal wieder für Hertha spielen. Foto: AFPFoto: AFP

Berlin - Fabian Lustenberger muss mit dem Urteil leben, nicht über die robusteste Konstitution zu verfügen. Bei ihm verteilen sich gerade mal 70 Kilogramm auf 1,80 Meter Körperlänge. Der Mittelfeldspieler von Hertha BSC gilt als Hänfling, aber gerade kämpft er mit Macht gegen das Weichei-Image an. Am Samstag hat ihn der Schuh des Kollegen Andre Mijatovic am Kopf getroffen, doch schon am Morgen danach kündigte der Schweizer forsch an, dass er für das Pokalspiel am Mittwoch bei Rot-Weiss Essen wieder zur Verfügung stehen werde. Der Eifer ist verständlich. Lustenberger hat am Wochenende, beim 0:0 gegen Mainz, erstmals in dieser Saison in Herthas Startelf gestanden. Da darf man keine Luft dran lassen.

Der defensive Mittelfeldspieler hat in der Tat gute Chancen, zum zweiten Mal hintereinander von Beginn an aufzulaufen. Daraus aber den Anspruch auf einen Stammplatz abzuleiten wäre vermutlich etwas voreilig. Herthas Trainer Markus Babbel wird das Pokalspiel gegen den Viertligisten dazu nutzen, die eine oder andere personelle Veränderung vorzunehmen. Schon drei Tage später spielt seine Mannschaft wieder in der Bundesliga – da gilt es die Belastungen einigermaßen gleichmäßig zu verteilen. „Weil wir die englischen Wochen noch nicht so kennen“, wie Babbel sagt.

Auf Raffael wird Herthas Trainer im Georg-Melches-Stadion in jedem Fall verzichten. Der Brasilianer ist nach seiner Rotsperre aus der Vorsaison noch für zwei Pokalspiele gesperrt. Im defensiven Mittelfeld könnte es ebenfalls eine Änderung geben. Am Samstag bildete Fabian Lustenberger mit Andreas Ottl die Doppelsechs; möglicherweise wird ihm in Essen nun Peter Niemeyer als Partner zugewiesen, damit Babbel dann am Samstag in Wolfsburg wieder auf seine bewährte Kombination Ottl/Niemeyer setzen kann.

Herthas Trainer hält das Risiko, das mit der Rotation verbunden ist, für kalkulierbar. Das liegt auch an der Qualität des Gegners: RWE belegt in der Regionalliga West aktuell den viertletzten Tabellenplatz. Nach einem ansehnlichen Saisonstart, unter anderem mit dem Pokalsieg über Herthas Lokalrivalen Union, hat der Aufsteiger „so ein bisschen einen Knick bekommen“, sagt Babbel. Das junge Team, in dem kein Spieler älter als 25 ist, hat zuletzt vier Mal hintereinander verloren.

„Wilde Dinge werde ich nicht machen“, sagt Babbel. „Aber ich bin überzeugt, dass es für unser Spiel gut ist, frische Kräfte auf dem Platz zu haben.“ Es kann auch für die Hygiene im Kader nur gut sein, Spieler ranzulassen, die sonst kaum zum Zuge kommen. Nikita Rukavytsya zum Beispiel, der in der Bundesliga bei fünf Einwechslungen auf gerade 101 Spielminuten kommt, Christoph Janker (drei Einsätze, 104 Spielminuten) oder Ronny (eine Einwechslung, zwölf Spielminuten). Maik Frantz ist ebenfalls ein Kandidat, obwohl er sich am Sonntag eine grobe Nachlässigkeit geleistet hat. Der Verteidiger kam eine halbe Stunde zu spät zum Training, weil er eine falsche Anfangszeit im Kopf hatte. Eine interne Sperre muss Franz nicht fürchten. „Mit Geld kann man vieles wiedergutmachen“, sagt Markus Babbel. „Damit ist das für mich dann auch erledigt.“

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