Zensur : Internet am Anschlagsort gesperrt

In der nordwestchinesischen Stadt Kashgar, in der am Montag 16 Polizisten bei einem Granatenangriff getötet wurden, haben die Behörden am Dienstag das Internet gesperrt. Das berichtete ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP, der sich in einem Hotel gegenüber dem Anschlagsort aufhielt. Auch weitere Augenzeugenberichte zum Anschlag liegen nun vor.

Offenbar versuchte die Polizei zu verhindern, dass neben der offiziellen Darstellung Informationen über den Anschlag verbreitet wurden. Polizisten drangen in das Hotelzimmer des AFP-Fotografen der Nachrichtenagentur AFP ein und zwangen ihn, Fotos vom Anschlagsort zu löschen. Polizisten in Zivilkleidung folgten Journalisten, die sich in der Stadt umsahen. Allgemein war keine erhöhte Polizeipräsenz in Kashgar erkennbar.
 
Der polnische Tourist Wlodzislaw Duch, der den Anschlag aus seinem Hotelzimmer gegenüber beobachtet hatte, berichtete AFP vom Hergang der Tat. Die Angreifer hätten Polizeiunformen getragen. Sie hätten die Polizisten mit einem Lastwagen überrollt, die Granaten gezündet und die Verletzten mit kurzen Schwertern, die wie Macheten aussahen, zerhackt. Seine Frau habe sich bei dem Anblick fast erbrechen müssen. "Überall auf dem Fußweg lag Blut", erzählte Duch.
 
Ein chinesischer Tourist aus Guangdong, der seinen Namen mit Feng angab, war ebenfalls vom Hotelfenster aus Zeuge des Anschlags. Auch seinen Angaben zufolge trugen die Angreifer Uniformen. Es sei die Kleidung der bewaffneten Volkspolizei gewesen. Die Polizei habe dann ein Reinigungsfahrzeug geholt, dass den Fußweg gesäubert habe. Er und die anderen Hotelgäste, die Fenster zur Straße hatten, seien in den hinteren Teil der Herberge verlegt worden. (AFP)

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