Sport : Zeuge bestätigt Vorwürfe im Kieler Handball-Prozess

Kiel - Im Prozess um die Manipulationsvorwürfe gegen die ehemalige sportliche Leitung des deutschen Handball-Rekordmeisters THW Kiel hat Thorsten Storm ausgesagt. Der Geschäftsführer der Rhein-Neckar Löwen bestätigte am Montag zwar, dass ihm vom früheren THW-Trainer Zvonimir Serdarusic und dessen Ehefrau Schriftstücke vorgelegt worden seien, die den ehemaligen Kieler Manager Uwe Schwenker belasten. Gleichzeitig wollte Storm aber nicht ausschließen, dass das Ehepaar die vermeintlichen Beweise vornehmlich dazu nutzen wollte, um einen Rachefeldzug gegen Schwenker zu starten.

„Es war mir nicht klar, ob die Vorwürfe der Wahrheit entsprachen oder ob es Rache für den Rauswurf war“, sagte Storm gestern am zehnten Verhandlungstag vor der 5. Großen Strafkammer des Kieler Landgerichts. Serdarusic war vom THW zuvor im Unfrieden geschieden, zudem hatte er sich mit Schwenker auch privat überworfen. Beiden wird vorgeworfen, das Champions-League-Endspiel 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt durch Bestechung der polnischen Schiedsrichter manipuliert zu haben. Serdarusic und Schwenker streiten dies ab, auch die Unparteiischen weisen die Vorwürfe vor Gericht zurück.

Thorsten Storm wollte Serdarusic nach dessen Entlassung beim THW Kiel eigentlich als Trainer für die Rhein-Neckar Löwen gewinnen und hatte mit dem Coach Ende 2007 einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Dass er seine Kenntnisse über die Bestechungsgerüchte zuvor genutzt habe, um die Ablösesumme für die von den Löwen umworbenen Kielern Profis Nikola Karabatic und Vid Kavticnik zu drücken, wies Storm gestern vehement zurück. dapd

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