Sport : Zielstrebig Richtung Zweite Liga

Hansa Rostock sucht neue Spieler, doch wer geht schon freiwillig zum Vorletzten?

Kerstin Hebeler

Rostock - Nur ganz zu Anfang des Spiels, für wenige Minuten, rollten Rostocker Fans das Spruchband aus: „Legt das Abstiegsgespenst in Ketten – Hansa ist noch zu retten.“ So, als schwante ihnen, dass Forderung und Schlussfolgerung vielleicht doch ein wenig vermessen seien. Spätestens nach dem 0:0 gegen den Tabellenletzten SC Freiburg, nach dem Hansa nunmehr acht Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz hat, ist auch den größten Optimisten klar, dass die Mannschaft zielstrebig auf die Zweite Liga zusteuert. Davon kann auch das vom Verein vor wenigen Tagen herausgebrachte T-Shirt „Unsinkbar“ nicht ablenken, das an die Rettung des Klubs in letzter Sekunde beim 3:2-Auswärtssieg in Bochum in der Saison 1998/99 erinnert.

Hansas Offizielle gaben sich dennoch nach der niveauarmen Partie optimistisch. Was bleibt ihnen auch übrig? „Natürlich wollten wir gewinnen. Aber wir müssen jetzt auch nicht so tun, als ob alles zu Ende ist“, sagte Rostocks Vorstandschef Manfred Wimmer. Das sah auch Hansa-Trainer Jörg Berger so: „Ich habe im Fußball schon ganz andere Dinge erlebt.“ Er musste allerdings einmal mehr eingestehen, „dass uns in kritischen Momenten die Klasse fehlt, das Spiel zu entscheiden.“

Hansas Problem ist jedoch, mal abgesehen vom vorletzten Tabellenplatz: Es macht nicht den Anschein, als ob sich an der fehlenden Klasse in näherer Zukunft etwas ändern könnte. Neue Spieler konnten bislang aufgrund der knappen Kassen und mangelnder sportlicher Perspektiven nicht verpflichtet werden. Und dass der umworbene Igor Demo den Weg an die Ostseeküste findet, erscheint spätestens nach dem mickrigen Unentschieden vom Samstag als sehr unwahrscheinlich. Anfang der Woche, so heißt es, wolle sich der Gladbacher entscheiden.

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