Zitterpartie : Europa-League: Stuttgart kommt weiter

Der VfB Stuttgart ist nach einer Zitterpartie weiter im Europapokal-Geschäft. Nach dem 3:2-Hinspiel-Erfolg folgte ein mühevolles 2:2 im heimischen Stadion.

Christian Träsch setzt sich gegen einen Spieler des norwegischen Vize-Meisters durch.
Christian Träsch setzt sich gegen einen Spieler des norwegischen Vize-Meisters durch.Foto: ddp

Der VfB Stuttgart steht in den Play-Offs der Fußball-Europa-League, ist bei der ersten Pflichtaufgabe der Saison aber nur knapp einer Blamage entkommen. Direkt aus dem dritten Trainingslager in der Nähe von Heilbronn angereist zitterte sich der Bundesligist am Donnerstag im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde gegen den norwegischen Vize-Meister Molde FK nach 0:2-Rückstand noch zu einem 2:2 (0:1). Das Hinspiel hatten die Schwaben vor Wochenfrist 3:2 gewonnen.

Die international bestenfalls zweitklassigen Gäste hatten durch Tore von Emil Johannsson (41.) und Knut Olav Rindaroy (49.) bereits 2:0 geführt. Dann aber retteten Pawel Progrebnjak (54.) und Timo Gebhart (90.+3) den noch mitten in der Vorbereitung steckenden und maßlos enttäuschenden VfB vor 11 500 Zuschauern vor dem Aus. „Das war nicht gut, da gibt es nichts zu beschönigen“, sagte VfB-Trainer Christian Gross. „Ich verlange mehr.“

 Die Stuttgarter stehen nun neben Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund als dritter deutscher Europa-League-Teilnehmer fest. Ziel der Clubs in den Play-Off-Partien (19./26. August), die am Freitag in Nyon ausgelost werden, ist die Gruppenphase. Deshalb hatte Coach Gross schon vor dem Molde-Spiel gesagt: „Wir haben auch im Erfolgsfall international noch nichts erreicht.“

Freuen konnte sich der 55-Jährige über die fast perfekte Verpflichtung von Abwehrspieler Philipp Degen. Der Schweizer Nationalspieler werde am Freitag den Medizin-Check beim VfB absolvieren, sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic vor Spielbeginn. „Wenn das passt, wird er auch unterschreiben“, erklärte Bobic. Stuttgart will den 27-Jährigen für ein Jahr vom FC Liverpool ausleihen. Einen weiteren Schritt hat der Verein bereits bei der Mercedes-Benz-Arena gemacht, die zurzeit in ein reines Fußballstadion umgebaut wird. Mit der Einweihung eines Teils der Untertürkheimer Kurve ist der erste Abschnitt fast abgeschlossen.

Auf der Baustelle ließ der VfB von Beginn an jegliche Aggressivität vermissen. „Wir haben uns schwer getan. Wir haben Fehler gemacht, es wartet noch ein hartes Stück Arbeit auf uns“, sagte Träsch. So entwickelte sich ein schwaches Spiel, in dem sich die Gastgeber nur wenige Chancen erspielten. Auf der anderen Seite waren die sehr defensiv eingestellten Norweger mit Kontern gefährlich. Nachdem es Johansson nicht gelungen war, per Kopf ins leere Tor zu treffen (27.), machte es der Mittelfeldspieler kurz vor der Pause besser: Aus kurzer Distanz schoss er Molde in Führung.

Nur vier Minuten nach Wiederbeginn standen die Stuttgarter Fans endgültig unter Schock: Rindaroy zielte aus 22 Metern unhaltbar für VfB-Torwart Sven Ulreich zum 0:2 ins lange Eck. Immerhin verhinderte Pogrebnjak mit dem Anschlusstor per Kopf nach einem Freistoß von Gebhart das Schlimmste, ehe Gebhart die letzten Zweifel beseitigte. „Wir haben Moral gezeigt, das ist das Positive“, meinte Neuzugang Christian Gentner. Der VfB zeigte gegen die stets gefährlichen Gäste aber nur Schlagwagenfußball und kam glücklich weiter. (dpa)

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