Sport : Zittrige Hände

Nach der Blamage gegen Düren verdrängen die SCC-Volleyballer die Angst vor dem Ausscheiden

Karsten Doneck

Berlin - Mit der flachen Hand schlug Kaweh Niroomand auf die Kühlbox mit den Erfrischungsgetränken ein. Immer wieder. Gegen Ende des ersten Satzes entlud sich sein Unmut auch in Worten. „Konzentrieren jetzt!“, herrschte er die Spieler an. Ändern konnte der Manager des Deutschen Volleyball-Meisters SC Charlottenburg die Verhaltensweise der eigenen Mannschaft durch den lauten Zwischenruf nicht. Wie benommen taumelte der SCC im Play-off-Halbfinale (Best of three) gegen Evivo Düren in eine blamable 0:3 (23:25, 24:26, 26:28)-Niederlage. „Blöd gelaufen“, kommentierte SCC-Kapitän Marko Liefke den überraschenden Spielausgang. Den Charlottenburgern droht nun schon am Sonnabend im zweiten Spiel in Düren das Aus.

Die Charlottenburger traten in Besorgnis erregender Verfassung auf. Gar nichts deutete mehr darauf hin, wie selbstbewusst und mutig dieses Team zwei, drei Monate zuvor in der Champions League aufgetreten war. Die Unbekümmertheit war dem SCC gegen Düren völlig abhanden gekommen. „Wenn der Erwartungsdruck besonders hoch ist, spielen wir nicht unser bestes Volleyball“, erkannte Trainer Mirko Culic.

Liefke, der einzige Spieler, der beim SCC Stärke zeigte, hält die Dinge nicht für unumkehrbar. „Düren hat keinen Satz mit mehr als zwei Punkten Vorsprung gewonnen. Das zeigt, wie knapp es zuging. Wir können das noch drehen“, sagt der 30-Jährige. Ein Ausscheiden im Halbfinale empfände zumindest Niroomand als „furchtbar“. Er sagt: „Für die Entwicklung unserer Mannschaft wäre das ein enormer Rückschlag.“ Materiell hielte sich der Schaden in Grenzen. „Uns würden deshalb nicht gleich ein paar Sponsoren davonlaufen“, sagt der Manager. Weil der SCC im Pokalfinale stand, könnte dem Verein auch der Champions-League-Platz erhalten bleiben – vorausgesetzt, Düren wird nicht Meister.

Nun steigt am Sonnabend in Düren die zweite Partie. Unter veränderten Vorzeichen, wie Marko Liefke meint: „Da geht’s neu los. Und die haben jetzt den Druck. Vielleicht werden denen dann ja die Hände zittrig.“

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