Sport : Zu früh geschont

Ohne mehrere Stammspieler spielt Dortmund gegen Düsseldorf nur 1:1.

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Dortmund sieht rot. Blaszczykowski (Mitte) und Kollegen hatten wenig Spaß. Foto: AFP Foto: AFP
Dortmund sieht rot. Blaszczykowski (Mitte) und Kollegen hatten wenig Spaß. Foto: AFPFoto: AFP

Dortmund - Die Ansage war unmissverständlich. „Das Bayern-Spiel interessiert uns noch nicht, im Fokus steht nur Düsseldorf“, hatte Jürgen Klopp versichert. Als es dann gestern Abend gegen den Aufsteiger aus dem Rheinland ging, standen die Dortmunder Stammspieler Mario Götze, Ilkay Gündogan und Mats Hummels nicht im Kader des BVB. Die Frage, ob alle drei Stammspieler tatsächlich nicht spielfähig waren oder für den Gipfel am Samstag geschont wurden, bleibt hypothetisch. Wie auch immer, der Meister tat zu wenig, um die Fortuna zu schlagen, am Ende kamen die Dortmunder vor 80 100 Besuchern über ein 1:1 (1:0) nicht hinaus. Sollten die Bayern heute Freiburg besiegen, würde ihr Vorsprung auf den BVB vor dem Spitzenspiel auf elf Punkte wachsen. Verteidiger Neven Subotic wollte nicht abstreiten, dass sich die Borussia bei der Aufstellung „verzockt“ hatte: „Wir haben heute Lehrgeld gezahlt.“

Düsseldorfs Trainer Norbert Meier hatte die Begegnung für sein Team zum „leichtesten Spiel“ deklariert. Wohlwissend, dass der Meister extrem heimstark ist und der Fortuna dazu noch fünf Akteure aus ihrer Defensivabteilung auskommen musste, wodurch die Erfolgsaussichten weiter schrumpften. Zu Beginn war die größte Auffälligkeit das merkwürdige Gemurmel in der riesigen Betonschüssel, aus Protest gegen das DFL-Sicherheitskonzept wurde auch in Dortmund geschwiegen. Als das Stadion nach zwölf Minuten zwölf Sekunden und zum Leben erwachte, tat sich der BVB weiter schwer, gegen einen tief stehenden Gegner ins Spiel zu kommen. Die Borussia hielt sich zwar ständig in der gegnerischen Hälfte auf, entwickelte jedoch kaum Torgefahr. Kurz vor dem Halbzeitpfiff reichte ein genialer Moment für das 1:0. Piszczek flankte, Blaszczykowski spielte Doppelpass mit Großkreutz und knallte den Ball aus zwölf Metern volley ins Netz.

Das Bild änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht grundlegend: Der BVB hatte jede Menge Ballbesitz, die Fortuna wartete weiter auf ihre erste erwähnenswerte Chance. Die kam nach knapp einer Stunde: Reisinger war frei durch, schoss aber seinen Mitspieler Ken Ilsö an. Der BVB hätte gewarnt sein können, tat aber weiterhin viel zu wenig. Das war fahrlässig, zehn Minuten vor Spielschluss handelte Reisinger bei seiner zweiten Chance entschlossener und traf zum Ausgleich. Erst jetzt stürmte die Borussia mit Leidenschaft, doch es reichte nicht mehr, weil Großkreutz den Ball aus zwei Metern über das Tor beförderte. Auch in Überzahl nach dem Platzverweis gegen Düsseldorfs Ivan Paurevic in der 87. Minute wollte den Dortmundern der Siegtreffer nicht mehr gelingen. Felix Meininghaus

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