Sport : Zu gewinnen: Der Respekt der Chinesen Boll sucht Anschluss an

Tischtennis-Weltmeister

Ein Sieg gegen den zweitbesten Spieler Europas Wladimir Samsonow aus Weißrussland, Einzug vor 4200 Zuschauern ins Halbfinale – und trotzdem fangen für Timo Boll die German Open in der Bremer Stadthalle heute erst richtig an. Denn im Halbfinale trifft er zum ersten Mal in diesem Turnier auf einen Chinesen. Und für den 26 Jahre alten Europameister Boll aus Deutschland geht es in Bremen schließlich vor allem um die Standortbestimmung gegen China.

„Der Vorsprung der Chinesen ist größer geworden“, glaubt Boll, der schon seit vielen Monaten gegen keinen der drei besten Chinesen mehr gewinnen konnte. Vor einer Woche verlor er gegen Ma Long chancenlos 0:4. „In Frankreich hat er mich vernichtet“, gesteht Boll ein. Dabei gehört der 19-Jährige als Nummer sieben der Weltrangliste nur zur zweiten Garde der Chinesen.

Trotzdem ist Boll, der in den letzten Monaten immer wieder mit Rückenbeschwerden zu kämpfen hatte, diesmal zuversichtlich. „Jedes Match bringt mich näher an meine Form“, sagt Boll, „vielleicht muss ich etwas Neues ausprobieren.“ Zuvor reichten ihm in Bremen mittelmäßige Vorstellungen gegen den Belgier Jean-Michel Saive (4:2) und seinem japanischen Teamkollegen bei Borussia Düsseldorf, Jun Mizutani (4:0).

Was noch erfreulich war in Bremen: Mittlerweile lastet die Verantwortung nicht mehr auf Boll alleine. Christian Süß erreichte immerhin das Viertelfinale, in dem er allerdings ohne Chance gegen Weltmeister Wang Liqin blieb (0:4). Zwei Runden zuvor hatte der 22 Jahre alte Doppel-Europameister den Weltranglistensechsten Chen Qi 4:3 besiegt. Und der EM-Dritte Dimitrij Owtscharow hatte im Achtelfinale Weltmeister Wang Liqin an den Rand einer Niederlage gebracht(3:4). „Ich glaube, dass die Chinesen auch Respekt vor uns haben“, sagt Dirk Schimmelpfennig, Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes, gesteht aber ein, dass die Chinesen bei Olympia 2008 in Peking anders vorbereitet sein werden. Für das Halbfinale gegen Ma Long gilt das noch nicht. „Ich habe auch schon öfter gegen ihn gewonnen“, sagt Boll und lächelt.

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