Sport : Zu Hause in Berlin

Die Füchse-Handballer finden großen Zuspruch

Hartmut Moheit

Berlin - Wenn der erfahrene Bob Hanning zugibt, er sei vor einem Handballspiel nervös, muss es einen besonderen Grund dafür geben. Für den Manager der Füchse Berlin, den aufstrebenden Zweitligisten, sollte der vergangene Mittwoch nämlich eine Richtungsentscheidung bringen. „An einem Tag mit Fußball-Champions-League, einem Aufsteiger als Gegner und nach der Auftaktniederlage in Schwerin wird es schwer, eine ansprechende Kulisse zu bekommen“, sagte Hanning vor dem Spiel gegen den ASV Hamm. Nach den 60 Minuten und dem 28:24 (16:11) der Berliner konnte er erleichtert mitteilen: „Mit 1977 Zuschauern haben wir einen neuen Füchse-Rekord bei einem Punktspiel erzielt.“ Und das in der Max-Schmeling-Halle, der neuen Heimspielstätte, die weit vom angestammten Horst-Korber-Zentrum entfernt liegt.

Die Füchse Berlin scheinen von den Handball-Fans in ganz Berlin angenommen zu werden. Die Basketballer von Alba Berlin haben es ihnen in dieser Halle vorgemacht, wie der Wechsel erfolgreich vollzogen werden kann. Noch sind die Füchse von deren Erfolgen weit entfernt, aber der Wandel zu einem Profiteam geht nach nur sieben Wochen rasant voran.

Gegen Hamm wurde den Zuschauern eine perfekte Show geboten – von der Vorstellung der Spieler, die in der abgedunkelten Halle aus dem angeleuchteten Nebel kamen, bis hin zum Halbzeitauftritt des Musicalstars Patrick Stahnke aus „Die drei Musketiere“. Das Spiel war von seinem Ablauf her ebenfalls beste Werbung: Erst sah Füchse-Star Christian Rose die Rote Karte, dennoch ging sein Team klar in Führung. Es folgten der Einbruch zu Beginn der zweiten Hälfte und zum Schluss ein sicherer Sieg. Das reißt jeden mit.

Die Aufforderung von Bob Hanning, dass „die Berliner mit ihrem Kommen zeigen müssen, ob sie das Füchse-Projekt wollen“, ist also verstanden worden. Das erste, vorsichtige Fazit lautet: Die Berliner wollen hochklassigen Handball sehen. Für das Spiel in der zweiten Runde des DHB-Pokals gegen den SC Magdeburg am 28. September um 20 Uhr in der Schmeling-Halle sind bereits wieder 1900 Karten verkauft worden.

Für Bob Hanning ist das noch kein Grund zur Euphorie: „Wir haben in Berlin Staub aufgewirbelt, warten wir mal ab, wenn er sich gelegt hat.“ Im Januar will er einen Strich ziehen, danach erst das Urteil fällen: „Greifen wir richtig an oder nicht?“ Fällt diese Antwort auch aus finanzieller Sicht positiv aus, dann erst wird die Verpflichtung „von zwei bis drei gestandenen Profis“ möglich sein.

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