Sport : Zu ihrer eigenen Sicherheit

Die Volleyballer des SCC gewinnen auch mit ungefährlichen Aufschlägen

Karsten Doneck

Berlin - Die Trommler aus dem Fanblock hatten ihre Instrumente fortgetragen, vereinzelt plauderten die Spieler noch mit ihren Bekannten unter den Zuschauern. Die Atmosphäre in der Sömmeringhalle war äußerst entspannt. Volleyball-Bundesligist SC Charlottenburg hatte zuvor beim Start in die Play-offs mit einem 3:1 über Bayer Wuppertal den ersten Schritt ins Halbfinale getan. Morgen in Wuppertal können die Charlottenburger mit dem zweiten Sieg aus maximal drei Spielen das Weiterkommen sichern. Freude allenthalben? Die Miene von Kaweh Niroomand verriet eher das Gegenteil. Grimmig fasste der SCC-Manager seine Eindrücke zusammen: „Wenn wir so aufschlagen wie diesmal, brauchen wir gegen Düren oder Friedrichshafen gar nicht erst anzutreten.“

Vielleicht hatte er damit ein wenig übertrieben. Schließlich hatten die Charlottenburger gegen Wuppertal zumindest in Block und Angriff überzeugt. Gerade Aleksandar Spirovski, der nach einem Mittelhandbruch an der Schlaghand lange pausiert hatte, fand rechtzeitig zu alter Form zurück. Spirovski habe „ein geradezu sensationelles Spiel“ abgeliefert, würdigte Trainer Michael Warm die Leistungen seines 2,03 Meter großen Mittelblockers.

Aber auch das blieb nicht verborgen: Spirovski, sonst der beste Aufschläger im Team, verzichtete diesmal bei seinen Aufschlägen weitgehend auf das Risiko. Niroomand kritisierte gleich das Aufschlagspiel aller Charlottenburger: „Ich verstehe das einfach nicht: immer nur diese Sicherheitsdinger, fast alle Aufschläge aus dem Stand.“ In kaum einer Phase des Spiels setzte der SCC durch seine Aufschläge die Wuppertaler wirklich unter Druck. Mit der Annahme hatten die Wuppertaler nie Probleme. Dennoch fahren die Charlottenburger zuversichtlich nach Wuppertal. Ein drittes und alles entscheidendes Spiel, das dann am kommenden Sonntag wieder in Berlin stattfinden würde, wollen sie auf jeden Fall vermeiden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar