Sport : Zu kurz ein Held

Lokvenc bringt den FCK gegen Bochum auf 2:2 heran und vergibt die Chance zum Sieg

Oliver Trust

Kaiserslautern. Der baumlange Mann hatte zwei Tore geschossen und durfte sich mit Recht an diesem Nachmittag als „Held der Pfalz“ fühlen. Vratislav Lokvenc hatte dem 1. FC Kaiserslautern mit seinen Saisontoren drei und vier zwar nach einem 0:2 Rückstand gegen den VfL Bochum noch den verdienten 2:2 Ausgleich beschert. Freuen aber mochte sich der Stürmer aus Tschechien dennoch nicht. „Schade“, seufzte er und trauerte dieser Chance aus der 82. Minute nach. „Ich hätte das dritte Tor machen können.“ Doch er scheiterte. Immerhin schafften es die Pfälzer, ihr Punktekonto auf 28 zu erhöhen. Die Bochumer sind mit 42 Zählern zwar noch die Nummer eins im Revier, „aber wir sprechen nicht vom Uefa-Cup. Die nächsten beiden Spiele gegen Schalke und Dortmund werden zeigen, ob wir ein neues Ziel ausgeben“, sagte Trainer Peter Neururer.

Anders als der unglückliche Held Lokvenc lächelte Kaiserslauterns Trainer Kurt Jara nach der turbulenten Partie milde. Er hauchte etwas von „toller Moral“ und „Kampfgeist“. Über seine Gefühle war aber auch er sich nicht im Klaren: „Wir hatten so viele Chancen. Ich weiß nicht, ob ich mich freuen soll oder lieber weinen.“

Zu den dicken Chancen gesellten sich jedoch viele Fehler. Den schwerwiegendsten hatte Bill Tchato zu verantworten. Der Nationalspieler aus Kamerun produzierte einen zu kurz geratenen Rückpass auf seinen Torwart Tim Wiese. Hashemian erkämpfte sich den Ball, umkurvte Wiese und schoss zum 1:0 ein. Als Dariusz Wosz eine Minute vor der Pause per Kopf das 2:0 erzielte, „gab keiner mehr einen Pfifferling für uns“, wie Jara glaubte.

In der Pause erinnerte Jara seine Mannschaft in der Kabine daran, dass sie in Hälfte zwei auf „ihr Tor“ spielen könne, hinter dem die FCK-Fans Stimmung machen, wenn ein schneller Treffer gelänge. Lokvenc erfüllte ihm den Wunsch in Minute 55, als Bochums Torwart van Duijnhoven Bjelicas Schuss nicht festhalten konnte. Acht Minuten später keimte nach Lokvenc’ Ausgleich sogar die Hoffnung auf drei Punkte auf. Doch der Tscheche verpasste die große Chance, sich in seinen Vertragsverhandlungen mit einem weiteren Tor eine noch bessere Position zu verschaffen. „Nächste Woche will mir der FCK ein Angebot vorlegen“, sagte Lokvenc. Es soll nur für die Erste Liga gelten. „Ich bin sicher, wir bleiben drin. Ich will hier bleiben und Erste Liga spielen.“

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