Sport : Zu lange gefreut

Der Hamburger SV verliert 2:4 gegen Dortmund

Karsten Doneck

Hamburg - Marek Erhardt brüllte den Spitznamen des Torschützen ins Mikrofon. Immer wieder. „Toni!“, rief der Stadionsprecher des Hamburger SV. „Ailton“, echote das Fanvolk. Beim Freudentaumel über das erste Saisontor des Brasilianers für den HSV ging fast unter, dass Borussia Dortmund bereits den Anstoß ausgeführt hatte. Und während Ailton und die 2:1- Führung des HSV noch lauthals gefeiert wurden, brach auch im Gästeblock Jubel aus. Tomas Rosicky hatte gerade das 2:2 erzielt. Es kam noch schlimmer. 4:2 (1:1) siegte Borussia Dortmund in der ausverkauften AOL-Arena, und die Hamburger verabschiedeten sich mit ihrer dritten Heimniederlage in dieser Saison endgültig aus dem Rennen um die Meisterschaft.

Vier Gegentore in einem Bundesligaspiel hatte der HSV unter Trainer Thomas Doll noch nie kassiert. Überraschend kam der Erfolg der Dortmunder aber nicht. Die Westfalen haben schon seit neun Jahren nicht mehr beim HSV verloren. „Wir haben die Sache kontrolliert, gerade in der ersten Halbzeit ist der HSV doch nur zweimal vor unserem Tor gewesen“, sagte Trainer Bert van Marwijk.

Trotz holpriger Offensivbemühungen glich Benjamin Lauth nicht nur die Dortmunder Führung, erzielt durch Smolarek, aus. Der HSV ging durch den eingewechselten Ailton auch noch in Führung. Ein Treffer, der aber eher die Gäste neu mobilisierte. Hilfreich war da Rosickys schneller Ausgleich. „Das geht gar nicht, dass wir 30 Sekunden nach dem Führungstor nicht in der Lage sind, kompakt am eigenen Strafraum zu stehen“, schimpfte Doll.

Der HSV wollte nach dem Ausgleich das Glück stürmend erzwingen. Sieben Minuten vor Schluss erschreckte Dortmunds Florian Kringe die Hamburger mit einem Schuss in den Torwinkel zum 3:2. Und den Schlusspunkt setzte erneut Rosicky in der Nachspielzeit. Rosicky traf ins leere Tor, weil Hamburgs Torhüter Sascha Kirschstein längst zur Unterstützung der Offensive im gegnerischen Strafraum unterwegs war.

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