Sport : Zu spät: Polen schlägt Costa Rica 2:1

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Hannover - Wie alle kleinen Finals hatte auch das der Gruppe A keinen wirklichen Sieger. In der bedeutungslosen Begegnung – beide Mannschaften waren schon vorher ausgeschieden – konnte Polen nach dem 2:1 (1:1) gegen Costa Rica immerhin das Gefühl eines Sieges mit auf die Heimreise nehmen. Der ehemalige Nürnberger Bartosz Bosacki traf zweimal und drehte somit die Führung der Costa-Ricaner. Die Ticos verabschiedeten sich ohne einen einzigen Punkt aus dem Turnier. „Wir haben es versucht, aber uns fehlte am Ende die Kraft. Es ist enttäuschend, ohne Sieg auszuscheiden“, sagte Costa Ricas Kapitän Luis Marin.

Trotz des knappen Erfolges zeigten die mit hohen Erwartungen in die WM gestarteten Polen vor 43 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion in Hannover erneut eine insgesamt enttäuschende Leistung. Nachdem Ronald Gomez Costa Rica in der 24. Minute per Freistoß durch die Beine von Polens Torhüter Artur Boruc in Führung geschossen hatte, brachte Bosacki mit zwei Treffern nach Eckstößen (32., 66.) die Wende in einer mäßigen Partie. „Ich bin ihm dankbar dafür“, sagte Polens umstrittener Trainer Pawel Janas. „Wir sind kritisiert worden, dass wir keine Tore schießen können, aber heute haben wir gleich zwei erzielt. Ich bin zufrieden, dass die Mannschaft meine Taktik befolgt hat.“ Janas hatte eine deutlich offensivere Ausrichtung als in den beiden vorangegangenen Spielen gegen Ekuador (0:2) und Deutschland (0:1) gewählt. Erstmals bot der Trainer in Ireneusz Jelen und Maciej Zurawski zwei Stürmer auf und verzichtete auf einen zusätzlichen defensiven Mittelfeldmann.

Doch zunächst erwies sich diese Umstellung als wenig effektiv. In der ersten halben Stunde präsentierte sich die polnische Abwehr völlig ungeordnet und leistete sich katastrophale Fehler. Die rund 35 000 polnischen Fans im Stadion pfiffen die Spieler aus. Erst nach rund 30 Minuten fanden die Polen besser ins Spiel. Trotzdem wird der Sieg dem Trainer kaum noch den Job retten. „Es ist nicht mehr meine Entscheidung“, sagte Pawel Janas. „Wir sind heute von den Toten auferstanden. Leider kam der Sieg zu spät.“dpa

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