Sport : Zu viel Freundschaft im Testspiel

Hertha BSC unterliegt dem 1. FC Nürnberg 2:5

Mathias Klappenbach

Leipzig - Die Veranstaltung wurde unter dem Titel „Der Anfang“ beworben, aber erst einmal wurde der Beginn verschoben. Damit die unterklassigen FC Sachsen Leipzig und Rot-Weiß Erfurt den Rasen im Leipziger Zentralstadion nicht ruinierten, wurde ihr Testspiel wegen des Dauerregens vom Vorspiel zum Nachspiel, schließlich sollten die Profis von Hertha BSC und dem 1. FC Nürnberg in der WM-Arena trotz des Dauerregens gute Bedingungen vorfinden. Auch die Berliner bemühten sich dann, den Rasen möglichst wenig zu beschädigen und verloren 2:5 (0:1) gegen den vom ehemaligen Hertha-Coach Hans Meyer trainierten Bundesligakonkurrenten.

„Das war unterirdisch, darüber müssen wir noch reden. Ich weiß selber nicht, woran es gelegen hat“, sagte Kapitän Arne Friedrich nach dem letzten Test vor dem Start der Bundesligarückrunde in einer Woche. „Uns hat es an allem gefehlt. Nürnberg hat ein Testspiel gemacht, wir ein Freundschaftsspiel“, sagte Trainer Falko Götz. Die Stammformation der Berliner zeigte keinerlei Engagement und hatte Glück, dass die Nürnberger erst kurz vor der Halbzeit nach einem schnellen Gegenangriff durch Ivan Saenko in Führung gingen. Wenige Sekunden nach der Pause war es wieder der Russe, der einen Angriff des Clubs mit einem Tor beendete. Direkt nach dem Wiederanstoß gelang Ellery Cairo der 1:2-Anschlusstreffer.

Auf dem Platz ging inzwischen das weiter, was Friedrich mit „wir standen zu lang und zu breit“ umschrieb: Die Nürnberger wurden bei ihren Angriffen von den Berlinern höflich bis zum Torerfolg begleitet. Fast jeder Schuss war jetzt ein Treffer. Robert Vittek marschierte vor seinem 3:1 einfach durchs Mittelfeld hindurch, nach dem 4:1 durch Ivica Banovic zirkelte Mario Cantaluppi noch einen Freistoß ins Tor der Berliner. Auch Yildiray Bastürk traf noch per Freistoß für die Berliner, der musste dafür allerdings abgefälscht werden. „Wir haben uns vorführen lassen“, sagte Abwehrspieler Dick van Burik. Und Friedrich sah viel Arbeit auf die Mannschaft zukommen. „Wenn ich das mit unseren Leistungen aus der Vorsaison vergleiche, liegen Welten dazwischen.“ Das hört sich an, als ob es vor dem Heimspiel gegen Hannover am nächsten Samstag noch Zeit für einen neuen Anfang wird.

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