Sport : Zu viele Fragen bleiben

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Sven Goldmann über den verstörenden Tod eines Fußballspielers

Das Unheimliche am Tod ist, dass niemand weiß, wann er kommt. Das Verstörende am Tod des ungarischen FußballProfis Miklos Feher ist, dass niemand weiß, warum er kam. Es ist nun einmal nicht normal, wenn ein Mann im Alter von 24 Jahren sein Leben in der Ausübung seines Berufes verliert. Doping, Herzfehler, menschliches Versagen? Drei Tage nach der Tragödie im Stadion der portugiesischen Stadt Guimaraes wird viel spekuliert und herrscht wenig Gewissheit.

Die Umstände stimmen einen fassungslos. Wenn Miklos Feher wirklich an einem Herzleiden starb – warum war dieses dann nicht bei den obligatorischen Routineuntersuchungen aufgefallen, ja nicht einmal bei der anschließenden Obduktion? Wie konnte Fehers Herz versagen, wie konnte er sterben vor laufenden Fernsehkameras in einem Stadion, das in ein paar Monaten Schauplatz der Fußball-Europameisterschaft sein soll und daher allen erdenklichen Sicherheitsstandards genügen sollte? Wenn wirklich, wie bei der EM vorgeschrieben, ein Defibrillator vorhanden war, ein Gerät, mit dem Patienten bei Herzstillstand Stromstöße erhalten können – warum wurde er dann nicht eingesetzt? Wenn der Einsatz dieses Geräts bei Regen, wie von einem portugiesischen Arzt behauptet, dem Halten eines Föns in die Badewanne entsprochen hätte – warum wurde Feher nicht ein paar Meter weiter in einer Kabine behandelt?

Zu viele Fragen sind offen. Es bleibt das ungute Gefühl, dass hier etwas vertuscht werden soll, damit kein Schatten auf die bevorstehende Europameisterschaft fällt.

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