Sport : Zu viele Männer in langen Hosen

Das dezimierte Alba Berlin verliert im sechsten Spiel der Europaliga zum fünften Mal

Helen Ruwald

Berlin. Der Blick auf die Ersatzbank von Alba Berlin verhieß nichts Gutes. Zu viele junge Männer in langen Hosen hockten dort vor dem Europaligaspiel gestern Abend gegen Benetton Treviso. Die vier Männer in den langen Hosen sind Verletzte des deutschen Basketballmeisters, darunter die Leistungsträger Szymon Szewczyk und Mithat Demirel. Neben den Jeansträgern hatten sich zwar fünf Männer in Spielkleidung niedergelassen, doch drei von ihnen – der verletzte Garris und zwei Nachwuchsspieler – waren nur dabei, damit genügend Namen auf dem Spielberichtsbogen standen.

Mit nur zwei Ersatzspielern musste Alba gegen den letztjährigen Finalisten der Europaliga antreten – und auf dem Feld versuchte sich mit Vladimir Petrovic ein Mann mit verletzter Wurfhand. Die Berliner schlugen sich bis zur Pause gut, verloren dann jedoch vor 4422 Zuschauern in der Max- Schmeling-Halle 70:86 (41:40). Bester Werfer bei Alba war DeJuan Collins mit 19 Punkten. Im sechsten internationalen Spiel der Saison war es die fünfte Niederlage für die Berliner.

Dabei hatten die Berliner gut begonnen. Nach zwei Dreipunktewürfen von Marko Pesic ging Alba 10:6 in Führung ging, ehe Trevisos Maurice Evans, der die zehn ersten Punkte für sein Team machte, ausglich. Doch die Italiener enttäuschten, trafen schlecht – ihrem Star Tyus Edney war zur Halbzeit noch kein Punkt gelungen. Alba verpasste es durch zehn Ballverluste bis zur Pause und anfängerhafte Fehlpässe aber, einen Vorsprung herauszuspielen. „Die Verletzten sind keine Entschuldigung. Mit 19 Ballverlusten kann man nicht gewinnen“, sagte Albas John Best nach der Partie.

Nach der Pause bekam Alba immer größere Probleme. Treviso, vermutlich in der Kabine vom Trainer wachgerüttelt, zog sofort mit sieben Punkten davon. Den Gastgebern, bei denen wegen der vielen Verletzten fast alle Spieler extrem viel Zeit auf dem Feld verbringen musste, fehlten Kraft und Spritzigkeit, um den Rückstand aufzuholen. Zumal in der Offensive nichts mehr klappte: Nur zehn Punkte machten die Berliner im dritten Viertel. Als im letzten Spielabschnitt Marko Pesic mehrfach behandelt wurde, wuchs Albas Rückstand immer weiter an. Die Niederlage war nicht mehr abzuwenden.

Alba bleibt nur die Hoffnung, dass Pesics Knieprobleme nicht so gravierend sind. Sonst erhöht sich die Zahl der Männer in langen Hosen erneut.

0 Kommentare

Neuester Kommentar