Sport : Zu viele Unfälle

Auf den Olympia-Baustellen in Athen streiken die Arbeiter

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Athen (dpa). Die Gewerkschaft der griechischen Bauarbeiter hat gestern für einen Tag landesweit gestreikt. Davon waren auch alle Arbeiten in den OlympiaAnlagen betroffen. Mit dem Streik protestierten die Bauleute gegen die zahlreichen Arbeitsunfälle, die in den letzten sieben Jahren 600 Menschen das Leben gekostet haben sollen. Bei den Bauarbeiten für die Olympischen Spiele sind nach offiziellen Angaben bislang zwölf Menschen ums Leben gekommen. Grund für die zahlreichen Unfälle ist nach Auffassung der Gewerkschaft die Einstellung von unerfahrenem und billigen Personal aus dem Ausland. Während der Demonstration von etwa 3000 Gewerkschaftsmitgliedern löste sich eine Gruppe von 400 Menschen heraus und versuchte, das Arbeitsministerium zu besetzen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Besorgt ist das Athener Organisationskomitee für Olympia 2004 (ATHOC) auch wegen der für den 7. März anberaumten Parlamentswahlen in Griechenland. „Die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele dürfen aus keinem Grund gestoppt oder verlangsamt werden“, sagte ATHOC-Präsidentin Gianna Angelopoulos Daskalaki. Sie fürchtet offenbar das, was in Griechenland im Umfeld von Wahlen Brauch ist: Etwa zwei Monate vorher und einen Monat danach werden kaum Entscheidungen getroffen. Auch das Internationale Olympische Komitee ist besorgt. Denis Oswald, Präsident der Koordinierungskommission, will heute die Vorbereitungen Athens auf die am 13. August beginnenden Sommerspiele überprüfen.

Eine landesweite Umfrage ergab, dass Griechenlands Bevölkerung die Spiele nicht unbedingt als Live-Ereignis im Stadion genießen möchte. Nur 21 Prozent der Befragten wollen sich die Veranstaltungen an den Wettkampfstätten direkt anschauen, die Mehrheit (58 Prozent) zieht den Fernseher vor. Gründe dafür sind: zu teure Eintrittskarten, Angst vor den Menschenmassen und längerfristig geplanter Urlaub. Zwölf Prozent gaben sogar an, dass sie Olympische Spiele generell nicht interessieren.

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