Sport : Zu zweit gegen die Mafia

Winkler/Lohse brillieren beim Pflichttanz

Frank Bachner

Kati Winkler atmete noch schwer, als sie lachend René Lohse um den Hals fiel. Einige Sekunden zuvor waren gestern in der Dortmunder Westfalenhalle die Noten an der Anzeigetafel erschienen. Die Eistänzer Winkler/Lohse aus Oberstdorf sind in solchen Momenten auf vieles vorbereitet, oft schon fühlten sie sich von den Preisrichtern unangemessen schlecht bewertet. Gestern aber, nach ihrem Pflichttanz bei der Weltmeisterschaft in Dortmund, redete niemand mehr von Schiebung. „Es scheint so, dass wir ganz gut gewertet worden sind", sagte Kati Winkler. Es schien nicht nur so, es war so. In der B-Note, für den künstlerischen Wert, erhielten die Deutschen Meister sogar eine 5,7 und eine 5,8. Dreimal werteten die Juroren mit 5,5. Bei der A-Note, für den technischen Wert, hatten drei Preisrichter 5,5 ermittelt. Das sind insgesamt gute Noten. Von einer „russischen Mafia“, die Rene Lohse vor der WM bei den Preisrichtern geortet hatte, war gestern nichts zu sehen. Winkler/Lohse wurden besser platziert als die Franzosen Isabelle Delobel/Olivier Schoenfelder und die Israelis Galit Chait/Sergej Sachnowski – und diese Paare hatten bei der letzten Europameisterschaft immerhin die Plätze vier und fünf erreicht. In ihrer Gruppe belegten die Deutschen Platz zwei, sie mussten nur den russischen Europameistern Tatjana Nawka und Roman Kostomarow den Vortritt lassen. Damit starten sie im Originaltanz in der besten Gruppe.

„Wir sind wirklich sehr gut gelaufen“, sagte Kati Winkler. Dabei war gerade sie vor dem WM-Auftritt sehr aufgeregt, weil sie mit ihrem Partner in dieser Saison aufgrund von Verletzungen kaum hatte starten können. Und damit konnten sich die beiden auch nur selten den Preisrichtern zeigen. Zudem war Lohse bis Montag von einer Grippe geplagt. „Am Montag morgen war ich im Training noch fix und fertig", sagte der 30-Jährige. Die beiden reisten auch erst in letzter Minute in Dortmund an, sie wollten sich so lange wie möglich zu Hause auf die WM vorbereiten. Bis jetzt hat es sich gelohnt.

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