ZUKUNFT DES TRAINERS : Markus Babbel lässt Hertha im Ungewissen

Als Fußballtrainer sollte man ein, sagen wir, taktisches Verhältnis zur Wahrheit haben. Es ist nicht förderlich, immer das auszusprechen, was man gerade denkt. Umgekehrt bedeutet das: Man muss nicht alles glauben, was Fußballtrainer erzählen. Markus Babbel etwa wird seit Wochen zu seiner beruflichen Zukunft befragt. Sein Vertrag bei Hertha läuft im Sommer aus, eine Entscheidung, ob und wie es weitergeht, steht zwangsläufig in Kürze an. Babbel aber sagt: „Ich habe mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht.“ Wer’s glaubt.

Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, Babbel könnte die Länderspielpause nutzen, um sich Klarheit zu verschaffen und die Angelegenheit abschließend mit seiner Frau zu klären. „Ich habe mir da keinen Zeitpunkt gesetzt“, sagt er. „Dazu ist die Sache zu wichtig.“ Wenn alles stimmt, was Babbel sagt, ist ohnehin noch nichts entschieden. „Ich weiß, dass Hertha verlängern will“, berichtet er, Gespräche habe es aber noch nicht gegeben. Es geht also nicht mehr nur um Details, „es geht um die grundsätzliche Sache“, sagt Markus Babbel.

Man kann nur mutmaßen, ob es Taktik ist, Hertha ein bisschen zappeln zu lassen. Oder hegt Babbel generelle Zweifel? Reichen ihm die Ambitionen des finanziell eingeschränkten Klubs auf Dauer vielleicht nicht? Dass Babbels Familie in München lebt, während er in Berlin weiterhin im Hotel logiert, ist ihm schon als Zeichen fehlender Identifikation mit Stadt und Klub ausgelegt worden. Andererseits hat sich Babbel in Berlin mit dem Aufstieg und dem alles in allem erfolgreichen Start in der Bundesliga durchaus einen Namen gemacht.

Kapitän Andre Mijatovic fände es „wirklich schön für den Verein“, wenn es gelänge, auf der Trainerposition Kontinuität zu schaffen. „Ich will ihm kein Ultimatum setzen“, sagt der Kroate. „Aber aus meiner Sicht wäre es normal, die Sache bis zur Winterpause zu klären.“ Babbels Plan sieht so aus, dass er demnächst einmal mit seinem Assistenten Rainer Widmayer „bei einem gemütlichen Abendessen alles durchsprechen“ will. Das Votum der Spieler für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit empfindet Babbel als „schön zu hören“. Allerdings bewertet er es nicht über: „Es kommt immer darauf an, wen man fragt.“ sth

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