Sport : Zukunft in Gold

Das Istaf bleibt in der Golden League – der Jackpot könnte aber bald in Stuttgart vergeben werden

Jörg Wenig

Berlin - Die nahe Zukunft bleibt golden für das Istaf. Das Leichtathletik-Meeting gehört mindestens im nächsten Jahr zur Golden League des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF). Obwohl die IAAF zurzeit noch dabei ist, die komplexe Meeting-Struktur zu reformieren und die neue World Athletics Tour (WAT) zu etablieren, steht fest, dass 2006 die Golden League bezüglich der Ausrichterstädte nicht verändert wird. Das heißt, dass nach Paris, Rom, Oslo, Zürich und Brüssel das Berliner Meeting die letzte Station sein wird. „Wir hoffen, dass bei uns am 3. September 2006 auch die Entscheidung um den Jackpot fallen wird“, erklärt der Geschäftsführer des Meetings, Gerhard Janetzky. Die Jackpot-Frage ist noch nicht entschieden.

Nach dem erfolgreichen Istaf hofft Janetzky, dass die Zugehörigkeit zur Golden League sogar für die nächsten vier Jahre gesichert ist. Doch zurzeit kann die IAAF dem Istaf keine Garantie dafür geben. „Es wird sicherlich erst nach dem Council-Meeting im November in Moskau klar sein, wie die Struktur der World Athletics Tour aussehen wird. Geklärt ist, dass Monte Carlo nicht als siebtes Meeting in die Golden League zurückkehren wird“, sagt der Pressesprecher der IAAF, Nick Davies.

Fest steht auch, dass die Golden League als Premier-Serie in die World Athletics Tour eingegliedert wird. Außerdem gehören zur WAT dann noch rund 20 weitere Meetings. Darunter sind die Super-Grand-Prix-Meetings, die zurzeit zweithöchste Kategorie. Als Abschluss der WAT wird in Stuttgart das zweitägige World Athletics Final stattfinden, für das sich die Athleten bei den WAT-Meetings qualifizieren können.

„Wie das Reglement bezüglich des Jackpots aussieht, ist noch nicht klar, wenn wir davon ausgehen, dass das World Athletics Final der große Höhepunkt sein soll“, sagt Nick Davies. Zurzeit partizipieren jene Athleten am mit einer Million Dollar dotierten Jackpot, die bei allen sechs Golden-League-Meetings ihre Disziplin gewinnen. In diesem Jahr ist die Jackpot-Auszahlung mit einer Start-Verpflichtung beim World Athletics Final in Monte Carlo verbunden, wobei hier aber kein weiterer Sieg nötig ist. Wahrscheinlich ist nun, dass die Jackpot-Kandidaten im nächsten Jahr ein siebtes Mal beim World Athletics Final gewinnen müssen. Dann würde die Entscheidung nicht mehr in Berlin, sondern in Stuttgart fallen. Zudem würde sich das Risiko erhöhen, dass es gar keinen Jackpot-Gewinner mehr gibt. Weil nur wenige Athleten eine Disziplin wirklich dominieren, ist die Zahl der Jackpot-Aspiranten beschränkt. Schon nach vier der sechs Meetings war in dieser Saison lediglich die russische Dreispringerin Tatjana Lebedewa noch im Wettbewerb.

Eine andere Option ist eine mittelfristige Erweiterung der Golden League und die Einführung von Streichresultaten. Dann könnten hochklassige Meetings wie London oder Stockholm hinzukommen. Und die ebenfalls diskutierte Auf- und Abstiegsregelung würde keine so entscheidende Rolle spielen. Konkurrieren aber acht bis zehn Meetings um sechs Golden-League-Plätze, kann es auch für etablierte Meetings eng werden.

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