Sport : Zukunft ohne Plan

Union muss in Ahlen gewinnen – sonst gehen die Spieler

Karsten Doneck

Berlin. Aleksandar Ristic war wenige Tage im Amt, da hatte er schon einen der Unruheherde ausgemacht – und ging dagegen vor. „Ich habe den Spielern gesagt, sie sollen alles ausschalten, was mit ihrer Vertragssituation zu tun hat und sich auf die restlichen Spiele konzentrieren“, sagte der neue Trainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union.

Einfach zu erfüllen ist diese Forderung nicht, hat doch jeder Fußballprofi ein großes Interesse daran, seine fußballerische Zukunft in geordneten Bahnen zu wissen. Bei Union laufen am Saisonende im Falle des bedrohlich nahen Abstiegs fast alle Spielerverträge aus, vom Stammpersonal ist allein Torwart Robert Wulnikowski noch länger an den Klub gebunden.

Unions Spieler halten sich an die Richtlinie ihres Trainers, jedenfalls nach außen hin. Intern wird sehr wohl über die Spielerberater nach Alternativen gesucht. Abwehrspieler Frederic Page zum Beispiel wird in jüngster Zeit häufiger mal mit dem Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln in Verbindung gebracht. Was an diesen Gerüchten dran ist, mag Page nicht kommentieren. Er sagt: „Uns bleibt noch ein Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt.“ Dafür müsste Union heute in Ahlen gewinnen. Sechs Punkte Rückstand hat Union zum rettenden 14. Platz.

Deutlicher geworden in Sachen Zukunftsplanung geworden ist Steffen Baumgart. Der Kapitän wollte ein Zeichen setzen und erzählte, wie wohl er sich fühle in Berlin und dass er noch nie einen so großen Rückhalt von den Fans gespürt habe wie bei Union. Und er sagte auch: „Man kann über alles reden, auch über eine Vertragsverlängerung für die Regionalliga.“

Es ist gut denkbar, dass der noch zu bestimmende neue Trainer gerne um Baumgart herum eine neue Mannschaft für die Regionalliga aufbauen würde. Aber Baumgart macht eine wichtige Einschränkung bei seinen Zukunftsplänen: „Die Voraussetzungen müssen stimmen.“ Das heißt nicht, dass der Torjäger einen Vertrag zu ähnlichen Konditionen verlangt, wie er ihn jetzt hat. In diesem Punkt wäre er zu Zugeständnissen bereit. Allerdings: Für ihn müssten die sportlichen Voraussetzungen stimmen.

Doch gerade da gibt es bei Union Bedenken. „Machen wir uns nichts vor: Uns müssten wirklich viele Glücksgriffe gelingen, damit wir mit unserem Etat von rund zwei Millionen Euro eine Mannschaft auf die Beine stellen, die in der Regionalliga sofort um den Aufstieg mitspielen würde“, sagt Unions Sprecher Lars Töffling. Dass ein bundesligaerfahrener Mann wie Baumgart mit seinen 32 Jahren seine Karriere im Mittelmaß der dritten Liga ausklingen lässt, ist kaum zu erwarten. Zumal er mit zwölf Toren einer derjenigen ist, die für andere Klubs interessant sind.

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