Zukunftsplanung : Sami Khediras neue Pläne

Der Stuttgarter Nationalspieler Sami Khedira wollte in einem Jahr von Stuttgart zu den Bayern wechseln, jetzt geht er wohl zu Real Madrid.

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Doppel-Sechs. Khedira (l.) könnte neben Xabi Alonso (r.) in Madrid spielen.
Doppel-Sechs. Khedira (l.) könnte neben Xabi Alonso (r.) in Madrid spielen.Foto: AFP

Über Jose Mourinhos besondere Ausstrahlung und Leidenschaft sind viele Geschichten bekannt. Man kann sich deshalb gut vorstellen, was ein persönliches Gespräch mit dem 47 Jahre alten Trainer von Real Madrid bei einem 23 Jahre alten Fußballspieler wie Sami Khedira auslöst. Im Fall des Deutsch-Tunesiers, der erst vor wenigen Tagen als WM-Dritter aus Südafrika zurückgekehrt ist, ging es so weit, dass Khedira und sein Berater Jörg Neubauer ihre ursprünglichen Pläne änderten, als sie Mourinho zu einem Gespräch am Dienstag in Madrid trafen. Eigentlich sah der Karriereplan des Mittelfeldspielers des VfB Stuttgart (Vertrag bis 2011) vor, im kommenden Jahr ablösefrei zu Bayern München zu wechseln. Jetzt steht er kurz vor einem Wechsel zu Real. Von rund zehn Millionen Euro Ablöse berichtet die spanische Zeitung „Marca“, der eine besondere Nähe zu Real nachgesagt wird. Khedira werde in Kürze in Madrid vorgestellt, hieß es. „Absolute Einigung mit Khedira“, titelte das Blatt und zeigte den potenziellen Neuzugang mittels einer Fotomontage gleich im Real-Trikot.

In Stuttgart wird über Manager Jochen Schneider noch dementiert – was aber nicht viel zu bedeuten hat: „Uns liegen keine Angebote oder Anfragen vor. Real hat sich nicht bei uns gemeldet.“ Als sicher gilt: Man würde Khedira relativ unaufgeregt ziehen lassen. Nur diesen Sommer gäbe es mit ihm noch Geld zu verdienen. Und VfB-Trainer Christian Gross hat im Mittelfeld mit Christian Gentner, Christian Träsch und Zdravko Kuzmanovic drei geeignete Kandidaten, die Khedira ersetzen könnten. Gross hatte wie der Verein selbst seit langem mit Khediras Abgang gerechnet. „Wenn große Klubs aus England oder Spanien kommen, muss man sich unterhalten“, sagte der Schweizer. Khedira hatte es kurz vor der WM noch abgelehnt, seinen Vertrag vorzeitig zu verlängern, und davon gesprochen, demnächst bei einem Verein spielen zu wollen, der Meisterschaftschancen und Champions-LeagueAmbitionen besitzt.

Zudem wird über eine Dreingabe aus Madrid berichtet, die den Wechsel für den VfB enorm aufwertet. Der 23 Jahre alte Holländer Royston Drenthe soll im Gegenzug zum VfB Stuttgart wechseln. Vor Jahren galt er als das Talent in den Niederlanden, für das Real rund 14 Millionen Euro an Feyenoord Rotterdam zahlte. Der Holländer wäre genau der Mann für die Außenbahn, den Gross so dringend sucht. Die zehn Millionen Euro, das hat der VfB Gross zugesichert, darf der Schweizer ebenfalls noch investieren. Deshalb hält sich der Abschiedsschmerz in Grenzen.

Neben Khedira gilt auch Serdar Tasci als Wechselkandidat. Da der VfB für den Deutsch-Türken ebenfalls einen zweistelligen Millionenbetrag einstreichen würde, ist in Stuttgart nicht mit Protesten der Fans zu rechnen. Vor allem im Fall von Khedira gibt es im Umfeld eher Verständnis für dessen wahrscheinlichen Schritt. Real Madrid sei eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen könne.

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