Zum 90. Geburtstag : Otto Höhne: Großer Mann im kleinen Fußball

Otto Höhne war viele Jahre Präsident des Berliner Fußball-Verbands und stets um Kontakt zur Basis bemüht. Er hörte zu, schlug Brücken und setzte sich ein. Wir gratulieren zum 90. Geburtstag.

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Otto Höhne (Mitte), hier bei der Scheckübergabe zugunsten eines Berliner Golfklubs, war überall ein gern gesehener Gast. Auch beim Tagesspiegel.
Otto Höhne (Mitte), hier bei der Scheckübergabe zugunsten eines Berliner Golfklubs, war überall ein gern gesehener Gast. Auch beim...Foto: Kai-Uwe Heinrich

Flüchtende Schiedsrichter, Gewalt, Morddrohungen – das gab es schon Ende der Neunzigerjahre auf den Feldern im Berliner Amateurfußball. Ein trauriges Thema, das Otto Höhne zur Chefsache erklärte. Strafen oder Ausschluss vom Spielbetrieb würden nicht den gewünschten Erfolg zeigen, sagte der damalige Präsident des Berliner Fußball-Verbandes (BFV). Auch wenn der Brückenschlag zu den „Sportskameraden“ von der Basis nicht einfach sei, der BFV müsse an die Menschen ran, sagte der Präsident und richtete prompt ein „Sorgentelefon“ ein. Die Nummer stand damals auch im Tagesspiegel. Wer anrief, konnte mit Höhne reden.

Höhne setzte sich dafür ein, dass das Pokalfinale dauerhaft in Berlin stattfindet

Aus heutiger Sicht erscheint so etwas unfassbar fern: Der Präsident des größten Berliner Sportverbandes, der Mann, unter dessen 20-jähriger Präsidentschaft aus Hertha 03 Zehlendorf eine kleine Größe im Fußball wurde, die zwei Mal in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga spielte und die legendären Weltreisen bestritt. Der Otto Höhne, der erfolgreich dafür stritt, dass das DFB-Pokalendspiel dauerhaft in Berlin stattfindet. Der Mann, der schon 1974 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse bekommen hatte. Der Otto Höhne, nach dem ein Turnier benannt wurde, der saß also 1999 am – womöglich mausgrauen – Telefon, um mit den „Sportskameraden“ aus der Kreisliga C zu diskutieren, wie sich das Problem mit der Gewalt in den Griff bekommen lässt. Schön war das, solch volksnahe Funktionäre gibt es kaum noch.

Am Samstag werden sie Otto Höhne zu Recht feiern im Vereinsheim von Hertha Zehlendorf. Denn da wird der verdiente Mann des Berliner Fußballs 90 Jahre alt.

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