Sport : Zum Abschied ein Sieg

Hertha BSC gewinnt im letzten Spiel unter Trainer Hans Meyer 3:1 gegen Köln und wird Zwölfter

Klaus Rocca

Berlin - An seinem letzten Arbeitstag ließ sich Hans Meyer noch einmal zu einer schönen Geste hinreißen. Es war kurz nach 17 Uhr im Berliner Olympiastadion, als der Trainer von Hertha BSC Ersatztorhüter Gabor Kiraly zu sich an die Trainerbank winkte. 2:1 führte Hertha zu diesem Zeitpunkt gegen Köln, und Gabor Kiraly sollte noch einmal mitspielen. Eine Viertelstunde wenigstens, im letzten Saisonspiel. Kiraly wird Hertha nach sieben Jahren verlassen. Und als er dann um 17.04 Uhr den Platz betrat, erhoben sich die Fans und klatschten. „Danke Gabor!“ stand auf einem Plakat.

Eigentlich ging es an diesem Nachmittag ja um Trainer Hans Meyer. Der verabschiedete sich mit einem 3:1-Sieg gegen den 1. FC Köln vom Publikum. Während Kiraly wohl nach England wechseln wird, beendet Hans Meyer seine Karriere als Fußballtrainer. Nach dem Abpfiff wurde auch er geehrt, und wieder erhoben sich die Fans von ihren Sitzen und applaudierten. Hans Meyer hat mit Hertha in der Rückrunde 26 Punkte geholt und die Berliner somit vor dem Abstieg in die Zweite Liga bewahrt.

Dass das letzte Saisonspiel gegen den 1. FC Köln lange alles andere als gut war – egal. Es hatte nicht einmal eine halbe Minute gedauert, bis der Kölner Nachwuchsstürmer Lukas Podolski erstmals freistehend vor dem Berliner Tor aufgetaucht war, in letzter Sekunde aber von Alexander Madlung am Schuss gehindert werden konnte. Nur zwei Minuten später scheiterte dann Kölns Florian Kringe knapp per Kopf. Eine weitere Viertelstunde später traf Kölns Matthias Scherz nach einem Eckball nur die Latte.

In der Kabine der Berliner müssen einige harte Worte gefallen sein zur Pause, denn Hertha kam in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel. So dauerte es nur fünf Minuten, bis Schiedsrichter Edgar Steinborn auf Elfmeter für Hertha entschied. Kölns Markus Feulner hatte Artur Wichniarek gefoult, anschließend schaufelte Marcelinho den Strafstoß souverän ins rechte obere Eck. In der 54. Minute gelang Köln durch ein Freistoßtor von Podolski der Ausgleich, doch die Stimmung im Stadion unter den 56 000 Fans wurde keineswegs schlechter. Wenige Minuten später nämlich traf Fredi Bobic zum 2:1 für Hertha BSC – und dann lief sich Gabor Kiraly warm. Dessen Namen hatten die Hertha-Fans seit einer halben Stunde gerufen und Hans Meyer zum Umdenken gebracht. Eigentlich wollte Meyer im letzten Spiel noch Thorben Marx einwechseln, dem vor acht Monaten das Kreuzbandriss gerissen war. Nun muss Marx bis zur kommenden Saison warten.

Kiraly war gerade mal zwei Minuten auf dem Platz, als Nando Rafael das 3:1 für Hertha BSC erzielte. Als dann auch der ungarische Torhüter einen – zugegeben harmlosen – Schuss parieren konnte, begann die Party. Hertha hatte seinen Fans wegen der anstrengenden Saison Freibier spendiert. Auf dem Rasenplatz stand nach dem Abpfiff Hans Meyer. Anstatt sich von den Fans feiern zu lassen, ging er zu jedem seiner Spieler und gab ihnen die Hand und zwei, drei Worte auf den Weg. Feiern sollten die anderen.

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