Sport : Zum Erfolg gepeitscht

Triumph für Anni Friesinger im ewigen Duell mit Claudia Pechstein: Beim großen Saisonfinale hat die Inzellerin ihren Weltmeistertitel im Eisschnelllauf-Mehrkampf erfolgreich verteidigt. Unbeeindruckt vom noch einmal aufflammenden Dauer-Zoff mit ihrer Erzrivalin konzentrierte sich die 25-Jährige in beeindruckender Manier auf die sportliche Aufgabe und verteidigte am Sonntag auf den abschließenden 5000 m mit Platz drei ihren Vorsprung auch vor der starken Kanadierin Cindy Klassen. Vor Erschöpfung stürzte sie nach der schweren Schluss-Strecke in das Ziel. Doppel-Olympiasiegerin Pechstein aus Berlin holte mit dem Streckensieg die Bronzemedaille.

"Anni, bedankt. Anni, bedankt", feierten die 13000 Oranje-Fans in der ausverkauften Thialf-Arena die in den Niederlanden nicht nur wegen ihrer Sprachkenntnisse populäre Anni Friesinger mit Sprechchören. "Das war irre. Das Publikum hat mich zum Erfolg gepeitscht. Es war mein Eis, meine Luft - alles hat gepasst", sagte die Weltmeisterin mit Freudentränen in den Augen.

Die Grundlage zu ihrem zweiten Allround-Triumph, dem insgesamt 21. einer deutschen Läuferin, hatte sie schon am Samstag gelegt, als sie zunächst auf ihrer Lieblingsstrecke über 1500 m den Bahnrekord auf 1:56,43 Minuten schraubte und dann Claudia Pechstein im direkten Duell über 3000 m den Zahn zog. In 4:08,02 Minuten verbuchte die Weltcupsiegerin auch hier die Bestzeit und nahm der Olympiasiegerin mehr als eine Sekunde ab. Die Gestik beider Asse beim formalen Händedruck auf dem Siegerpodest sprach Bände.

"Das war ein Wahnsinns-Tag. Ich bin so von mir überrascht. Mein Trainer und ich wissen gar nicht, wie ich das gemacht habe", sagte Anni Friesinger. Sie suchte selbst nach den Gründen für ihre Steigerung zum Saison-Ausklang. Viele Experten hatten Claudia Pechstein nach ihrem Olympia-Höhenflug und ihren Siegen beim Weltcupfinale in Inzell auch große Chancen auf ihren zweiten WM-Titel nach 2000 eingeräumt. "Ich habe mir nichts Besonders für die WM vorgenommen, hatte in der letzten Woche ein paar Motivationsprobleme. Ich denke aber, es wäre hier mehr machbar gewesen", sagte Claudia Pechstein. Sie schimpfte über das schlechte Eis und tröstete sich selbst mit den Worten: "Die Weltmeisterschaft war wichtig, aber Olympia war wichtiger."

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